Vietnam März 2026
Die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen in die Altstadt von Hanoi war schon ein Erlebnis für sich. Mal schauen wie das mit dem Motorrad wird. Hanoi, auf vietnamesisch Hà Nội, was so viel wie "Stadt zwischen den Flüssen" bedeutet, ist die zweitgrößte Stadt Vietnams. Was für ein Kontrast zu Shanghai von wo ich gekommen bin.
Ich treffe Mady und Roby, die schon vor 2 Tagen angereist sind, um sich zu akklimatisieren und den Jet Leg zu überwinden. Zusammen werden wir in den nächsten 15 Tagen mit dem Motorrad auf den Spuren von Erik Peters Nordvietnam erkunden. Let's ride Vietnam, um es mit seinem Slogan zu sagen.
Hanoi - Ninh Binh (Tam Coc), 21.03.2026, 115 km
Zum Eingewöhnen erst mal eine recht kurze Strecke bis nach Tam Coc. Raus aus Hanoi braucht auch mit dem Motorrad seine Zeit. Ein unbeschreibliches Gewusel an Fahrzeugen jeglicher Art. Auf dem Weg liegt Quang Phu Cau. Das Dorf der Räucherstäbchen-Herstellung mit einer über 100 Jahre alten Tradition. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall lohnt, um ein paar schöne Fotos zu machen. Dort hatten wir auch ein Mittagessen für 3 Person zusammen ca. 4 EUR.
Am Nachmittag sind wir noch zur Bai Dinh Pagode, eine der beeindruckendsten buddhistischen Pagoden in Vietnam. Nachdem wir auf einem riesigen Parkplatz, der maximal zu 10% belegt war, endlich dort parken durften, wo Motorräder hingehören war schon mal eine halbe Stunde vergangen. Mit dem Kauf eines Tickets war es ähnlich. Auch wenn ein Schalter besetzt war, wurden wir zum nächsten Gebäude geschickt. Als sich zum Schluss herausstellte, dass wir für eine Besichtigung des weitläufigen Geländes mind. ca. 2 Stunden einplanen müssten, haben wir die Pagode gestrichen.
Die trockene Halong Bucht, 22.03.2026
Eine Bootstour in der trockenen Halong-Bucht stand fest auf unsere To-do-Liste. Als wir gestern im Vorbeifahren die Parkplätze gesehen haben, war uns schon klar, dass es insbesondere am Sonntag voll werden könnte. All unsere Befürchtungen wurden weit übertroffen. Normalerweise fängt der frühe Vogel den Wurm, doch hier stand der frühe Vogel in der Schlange. Wir brauchten ca. 2 Stunden bis wir in einem der vermutlich über 1.000 Boote saßen. Am Mittag hätten wir nur ca. 15 Minuten anstehen müssen. Das muss man auch mal erlebt haben.
Am späten Nachmittag sind wir dann noch zum Dragon Hill und zum Hang Mua Aussichtspunkt.Der Hang Mua Aussichtspunkt ist ein spektakulärer atemberaubender Aussichtspunkt auf die umliegende Landschaft, die von majestätischen Kalksteinfelsen und grünen Reisfeldern geprägt ist. Um den Hang Mua Aussichtspunkt zu erreichen, muss man eine kurze, aber steile Treppe mit etwa 500 Stufen hinaufsteigen. Der Aufstieg lohnt sich definitiv. Nach ca. 2 Drittel des Aufstiegs teilt sich die Strecke. Man kann auf den Ngoa Long Mountain (Liegender Drachenberg) abzweigen. Oben befindet sich eine steinerne Drachenstatue. Wie bei allen touristischen Hot Spots in den letzten beiden Tagen tummeln sich die Instagram Influencer und hoffen auf das ultimative Foto.
Wir waren auf jeden Fall geschafft. Das Rudern am Vormittag und die 500 Stufen waren dann auch genug für heute und ersetzen jedes Fitnessstudio.
Ninh Binh - Moc Châu, 23.03.26, 256 km
Ich könnte versuchen meine Navigations-App von Kurviger für schuldig zu erklären, dass wir auf eine Mautpflichtigen-Autobahn aufgefahren sind, die zudem noch für Motorräder jeglicher Art verboten war. Das kostet mich heute Abend sicher eine Runde Reisschnaps. Wir sind dann gleich an der ersten Abfahrt an einer Maut-Station abgefahren. Anstelle einer erwarteten Mautgebühr und eventuell noch einer Strafe wurde uns von dem Personal erklärt wie wir wieder auf den rechten Weg kommen. Die Leute sind hier generell sehr freundlich und hilfsbereit.
Dann sind wir zu einer schwimmenden Brücke über den Sông Mã gefahren. Im Gegensatz zu Erik Peters haben wir uns nicht geraut mit dem Motorrad über die Brücke zu fahren.
Weiter ging es zu den Bambus-Wasserräder (Con nuoc). Diese sind traditionelle Bewässerungsanlagen in Nordvietnam. Sie nutzen die Strömung von Flüssen, um Wasser in Bambusrohren auf höhere Reisfelder zu heben. Die Räder drehen sich durch die Strömung, wobei Bambusrohre Wasser schöpfen und oben in Kanäle leiten. Wirklich interessante Konstruktionen.
Unser Lunch heute schlug mit 200.000 VND zu Buche. Das war 66 % teurer als vor 2 Tage. Dafür so viel, dass wir es nicht aufessen konnten. Zum Abendessen gab es dann in unserem Homestay Hot Pot. Die ganze Kommunikation lief über einen sprachgesteuerten Übersetzter. War ein lustiger Abend.
Moc Châu - Mu Cang Chai, 24.03.26, 300 km
Nach über 700 km auf der Honda CB500X hat man sich an das Motorrad gewöhnt. Insbesondere Berghoch fehlt beim Überholen jedoch Leistung. Ein sehr deutlicher Unterschied zu unseren BMW R1250GS bzw. R1300GS. Woran man sich nicht gewöhnt ist der Verkehr. Wenn man es positiv ausdrückt, könnte man es auch organisiertes Chaos nennen. Jede Menge LKW die das Recht des Stärkeren allzu wörtlich nehmen. Quasi fahren alle kreuz und quer durcheinander oder kreuzen die Straße. Es scheint aber zu funktionieren.
Unser Ziel ist Mu Cang Chai mit den bekannten hufeisenförmigen Reisterrassen. Leider sind die Reisfelder auf über 1.000 m Höhe noch nicht in einem satten Grün zu bestaunen. Damit ist eher erst ab Mai zu rechnen. In den Tälern waren die Reisfelder hingegen schon sehr schön anzusehen.
Mu Cang – SaPa, 25.03.26, 160 km
Wir fahren wie immer zeitig los. Ein volles Tagesprogramm liegt vor uns. Wir wollen nach SaPa und dort noch auf den höchsten Berg, den Fansipan. Der ist allerdings "cloudy and foggy", wie uns die nette Dame am Ticketschalter freundlicherweise mitteilt. Somit ist der Fansipan gestrichen und wir überlegen, ob es morgen früh besser ist und wir es noch mit einplanen können.
Doch zunächst fahren wir auf einer tollen Motorradstrecke, der QL32. Die Straße ist teilweise in einem hervorragenden Zustand. Zudem sind auf der Strecke kaum LKW und auch insgesamt deutliche weniger Fahrzeuge unterwegs. Generell kann man sagen, dass die Straßen bisher alle gut waren. Unterwegs machen wir noch ein paar schöne Fotos von Reisfeldern um zu belegen wie es in Mu Cang hätte aussehen können.
Wir kommen an der Dragon Cloud Glass Bridge vorbei. Da sind mit dem Aufzug 300 m rauf um über die Glasbrücke in schwindelerregender Höhe zu laufen. Das ist nichts für Leute mit Höhenangst. Weiter geht es über den O Quy Ho Pass und vorbei am Silver Waterfall bevor wir die SaPa erreichen.
SaPa fällt in die Kategorie, wem es gefällt. Eine Touristenhochburg und ganz schön was los. Als wir uns nach dem Essen zurück auf dem Weg zum Hotel machten kamen wir an zahlreichen Street Food Ständen vorbei. Die wären sicher die bessere Wahl gewesen.
Sapa - Ha Giang, 26.03.26, 240 km
Aller guten Dinge sind drei. Ich bin ca. 40 Jahre nicht in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten. Dafür heute auf einem Abschnitt von maximal 40 km gleich dreimal. Meinen internationalen Führerschein musste ich dann auch erstmals überhaupt vorzeigen. Die ersten beiden Polizisten waren sehr nett und haben zum Schluss noch ein Foto von uns gemacht und nett gewunken. Der Polizist bei der zweiten Kontrolle schaut sehr grimmig drein. Die beiden bei der dritten Kontrolle waren wieder sehr nett.
Die Etappe heute war sehr schön und flüssig mit dem Motorrad zu fahren. Auch heute blieb die Anzahl der LKWs überschaubar. Die Kaffeepause bestand heute wieder aus einer Kokosnuss, die es fast überall gibt. Überhaupt gibt es entlang des Weges massenhaft Obst- und Gemüseverkäufer. Zum Mittag waren wir in einer gut besuchten Garküche. Schmeckt lecker und kostet fast nichts.
Unterwegs haben wir oft geernteten Zimt gesehen, der wohl zum trocken ausgelegt wurde. Dann waren da noch massenhaft hauchdünne Holzplatten, die zum Trocknen ausgelegt waren um zu Sperrholz und Leimholz verarbeitet werden.
Ha Giang stellt sich als ebenso touristisch wir SaPa heraus. Ein Trubel ohne Ende. Zum Glück übernachten wir in einem schönen ruhig gelegenen Homestay am Ortsrand. Quasi in den Reisfeldern.
Was leider hier in Asien wieder auffällt ist, dass an jeder Ecke irgendetwas verbrannt wird und es entsprechend riecht und die Luft schlecht ist.
Ha Giang - Dong Van, 27.03.26, 183 km
Wir gehen den viel gepriesenen Ha Giang Loop an. Unsere erste Etappe von Ha Giang nach Dong Van wird auch als die Königsetappe bezeichnet. Das hat sich scheinbar herumgesprochen. Gruppen von Roller, Scooter und 125er-Fahrer machen sich ebenfalls auf den Weg. Es müssen Hunderte unterwegs sein. Zu erkennen sind sie an den gelben, orangen oder pinken Helmen, wenn man die als Helm bezeichnen mag. Manche haben sogar einen kleiner Rollkoffer für ihr Gepäck aufgeschnallt.
Die Straße ist aber im Gegensatz zu den letzten Tagen in einem reparaturbedürftigen Zustand. Von der schönen Landschaft, die man aufgrund des Dunstes nur erahnen kann bekommen wir leider wenig bis nichts zu sehen.
Wir überqueren einige Pässe wie den Bắc Sum Pass, den Tam Ma Pass und den Chin Khoanh Pass. Wir passieren ebenfalls diverse Aussichtspunkte, ohne wirklich eine gute Aussicht zu haben.
Vor Dong Van fahren wir über das Dong Van Karst Plateau im äußersten Norden Vietnams. Das Plateau ist Vietnams erster UNESCO Global Geopark (seit 2010), bekannt für seine spektakuläre Kalksteinlandschaft, die über 400-500 Millionen Jahre alt ist.
Ein Abstecher zum Lung Cu Flag Point, ein bedeutendes nationales Wahrzeichen, lohnt einen Besuch. Er markiert den nördlichsten Punkt Vietnams. Der 1.470 Meter hohe Turm liegt auf dem Drachenberg (Long Son) in der Nähe von Dong Van, bietet einen Panoramablick auf China und Vietnam und ist über eine Treppe mit 280 Stufen erreichbar.
Vergangene Nacht haben Frösche, Hunde und Hähne ein Konzert gegeben. Ich hoffe, diese Nacht bleibt es ruhig.
Dong Van - Du Gia, 28.03.26, 104 km
Die Nacht blieb natürlich nicht ruhig. Abends feierten die Rollerfahrer Party und morgens kräht der Hahn. Übrigens, wenn ich gestern von Hunderten Rollerfahren berichtet habe, muss ich mich heute korrigieren. Tausend reichen sicher bei weitem nicht. Die Meisten sind als sogenannte "Easy Rider" unterwegs. Heißt, der Roller ist mit Fahrer gemietet und man sitzt als Beifahrer auf dem Roller.
Die Sicht war heute wieder mehr als bescheiden, sodass es auch keinen Sinn macht die Landschaft zu fotografieren. Wir kommen am Mã Pí Lèng Pass vorbei und haben einen Blick auf den Nho Quế Fluss im Tal. Wir entscheiden uns hinunter ins Tal zu fahren. Dort werden Bootstouren angeboten, die bei der Sicht aber auch keinen Sinn ergeben. Auf jeden Fall wird an der Bootsanlegestelle das Ausmaß der Rollerfahrer, die unterwegs sind deutlich.
Unterwegs sehen wir viele Feldarbeiter, die oft in nicht zu beschreibenden Steilhängen Arbeiten ausführen. Die dazugehörigen Kleinkinder bleiben am Straßenrand zurück und spielen dort. Man sieht auch Frauen bei der Feldarbeit, die den Betriebskindergarten gleich mit sich tragen.
Und dann ist da noch jeden Tag irgendwo eine Hochzeit. Es werden Festzelte für bestimmt 150 – 200 Gäste aufgebaut und alle haben sich schick gemacht. Nur wir nicht.
Unser Ziel Du Gia erreichen wir über die TL176, die sich auf den ersten Kilometern ab Mau Due als Schlaglochpiste entpuppt, die dringenden Sanierungsbedarf hat. Da macht sich unser Motorrad Off Road Training bezahlt.
Du Gia - Bao Lac, 29.03.26, 125 km
Wenn man denk, Du Gia sei ein kleines Nest im Nirgendwo, dann hat man sich getäuscht. Am gestrigen Nachmittag fand eine regelrechte Invasion von Rollerfahrern statt. Und die feiern wieder. Vietnam ist ein extrem günstiges Reiseland, dass natürlich viele junge Leute anzieht. Als die Partygäste genug hatten, fingen die Frösche an. Viele Frösche, sehr viele Frösche.
Wir entscheiden uns von Du Gia aus die TL176 weiter Richtung Süden bis zur QL34 zu fahren. In Minh Sơn, einem kleinen Ort an der TL176 stoßen wir auf einen Markt, der größtenteils entlang der Straße aufgebaut ist. Ein Gewitter zieht auf und wir stellen uns unter einem Hausvordach unter. Sofort werden wir hereingebeten und Stühle angeboten. Das bestätigt wieder mal den Eindruck, den wir bisher gewonnen haben.
Auf der QL34 fahren wir entlang des Fluss Song Neo, der mehrmals gestaut ist. Ein schönes Tal und eine schöne Strecke nach Bao Lac. Bao Lac ist wie viele Orte hier im Norden Vietnams. Jedoch sind hier überwiegend einheimische und kaum Touristen anzutreffen.
Bao Lac - Ban Gioc, 30.03.26, 186 km
In der Nacht gab es ein ordentliches Gewitter mit dem Ergebnis, dass wir heute mal eine vernünftige Sicht auf die tolle Landschaft hatten. Auch die Strecke von Bao Lac nach Ban Gioc erweist sich als gut und flüssig zu fahren. Das erste Tageshighlight war der Khau Coc Cha Mountain Pass. Ein spektakulärer Pass, der für seine 14 extremen Haarnadelkurven auf der Nationalstraße 4A bekannt ist. Ehrlich gesagt, gibt es in den Alpen diverse Pässe, die spektakulärer sind.
Unser Tagesziel war der Ban Gioc Wasserfall, der vom Quay Son Fluss gespeist wird. Er gilt als Vietnams beeindruckendster Wasserfall. Der Fluss ist die Grenze zu China. Ein Postkartenfoto ist mir nicht gelungen. Die Drohne, die ich nahe der Grenze zu China steigen lassen wollte, verweigerte ihren Dienst wegen einer für China erforderlichen Registrierung, obwohl diese für Drohnen kleiner 250 Gramm Startgewicht nicht erforderlich ist. An unseren Homestay, 500 Meter von der Grenze weg, war ein Start möglich. Da es schon dämmerte, werde ich morgen einen neuen Versuch starten.Das HomeStay Pa Hideway für 28 € incl. Frühstück können wir wiklich empfehlen.
Ban Gioc - Ba Be See, 31.03.26, 212 km
Nachdem nach dem Frühstück doch noch eine schöne Aufnahme mit der Drohne von den Wasserfällen gelungen ist, sind wir auf unsere Motorräder. An die Honda CB500X haben wir uns inzwischen gewöhnt. Man muss halt deutlich mehr schalten, um agil zu bleiben.
Wir sind in ein kleines Dorf abseits der üblichen Routen und haben uns die traditionelle Herstellung von Papier angesehen. Dieses uralte, handgefertigte Papier aus der inneren Rinde des Dó-Baums (eine Papiermaulbeere) ist für seine Haltbarkeit bekannt und wurde in der Vergangenheit zur Aufbewahrung von kulturellen Dokumenten und Gemälden verwendet. Die Rinde des Dó-Baums wird eingeweicht, gekocht, zerkleinert und zu Papier geschöpft – komplett manuell.
Unser Ziel, der Ba-Bể-Nationalpark, ein geschütztes Naturgebiet im Nordosten Vietnams erreichen wir am frühen Nachmittag. Nach dem Einchecken im Hotel fahren wir noch zu dem bekannten Ba-Bể-See, dem größten natürlichen Süßwassersee des Landes. Der 1992 gegründete Park bietet eine beeindruckende Landschaft aus Kalksteinbergen, Höhlen und Urwäldern, die Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna sowie ethnische Minderheiten wie die Tày ist.
Ba Be See - Huu Lung, 01.04.26, 215 km
Unser heutiges Ziel ist das May Retreat in Huu Lung. Eine echte Rückzugsoase. Ganze 4 Zimmer an einem kleinen See. Gleichzeit alt und doch modern hergerichtet. Ein Haus mit Charme.
Wir fahren zunächst über gut ausgebaute Straßen und kommen gut voran. Dann geht es aber rund 30 km auf der QL279, einer Single Road, durch die vietnamesische Provinz. Es geht keine 50 Meter geradeaus. Das braucht Zeit und Konzentration. Wir fahren weiter durch das Bac Son Valley im Norden Vietnams. Heute ist es bewölkt und wir haben recht gute Sicht. Die Temperaturen sind ebenfalls mit gut 20°C sehr angenehm. So macht Motorradfahren Spaß.
Unterwegs halten wir vor eine Schule an und helfen einem Vietnamesen seine Mischmaschine wieder aufzustellen, die er mit seinem Roller hinter sich herzog. Schon stürmten mindestens 2 Dutzend Schüler auf uns zu, um uns zu begrüßen. Wir sind mit unseren, für hiesige Verhältnisse großen Motorrädern incl. unserer Schutzbekleidung, immer wieder eine Attraktion. Schulkinder stehen am Straßenrand oder kommen uns mit ihren Elektrorollern entgegen und winken uns zu.
Schon um 14:30 Uhr sind wir am Ziel und genießen den Nachmittag und die Ruhe.
Huu Lung - Cat Ba, 02.04.26, 199 km
Nach einer ruhigen Nacht, keine Frösche und der nächste Hahn war weit weg, geht es Richtung Halong Bucht.
Vietnam ist doch ein Zweirad freundliches Land. Heute hatten wir größtenteils zweispurige Straßen, vergleichbar mit zweispurigen deutschen Bundesstraßen, jedoch mit einer dritten Spur nur für Zweiradfahrer. Hinzu kommt, dass diese Straßen teilweise Mautpflichtig waren, ausgenommen Zweiradfahrer. Auf jeden Fall kamen wir trotz steigender Verkehrsdichte gut voran.
Nach Cát Bà, der größten Insel in der Halong-Bucht im Norden Vietnams, mussten wir mit einer Fähre übersetzen. Ein ziemliches Gedränge und wir hatten Glück, das wir geradeso noch mitfahren konnten und nicht auf die nächste Fähre warten mussten. Cat Ba gehört zu einem 1994 von der UNESCO eingerichteten Biosphärenreservat.
Fotos gibt es heute keine. Wir hoffen auf gute Sicht morgen, um schöne Bilder von der Halong Bucht zu machen.
Halong Bucht, 03.04.26
Heute mal keinen Meter Motorrad. Wir verbringen eine Nacht in der Halong-Bucht. Die Bucht ist ein rund 1.500 km² großes Gebiet im Golf von Tonkin in der Provinz Quảng Ninh im Norden Vietnams. Nach offiziellen Angaben ragen 1969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser. Das Kalksteinplateau, das die Bucht beheimatet, sinkt langsam. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe.
Der Wetterbericht hatte blauen Himmel versprochen. Wie man sieht, war die Vorhersage zu optimistisch.
Cat Ba - Hanoi, 04.04.26, 157 km
Motorradfahren in Vietnam ist zuerst mal gewöhnungsbedürftig. Nach gut 2 Wochen wussten wir, wie der Hase läuft. Immer schön die Zweiradspur nutzen, um rechts zu überholen und jede sich bietenden Lücke nutzen. Und vor allen Dingen aber Hupen nicht vergessen. Irgendwie passt hier jeder auf jeden auf. Auf den letzten 15 km vor unserm Ziel Hanoi halfen uns die gewonnenen Erkenntnisse aber auch nicht mehr. Zweimal staute sich der Verkehr und es ging quasi nichts mehr. Ein Gewusel ohne Ende. Kann man nicht beschreiben, sondern muss man erlebt haben. Dazu noch der Smog. Ich freue mich schon auf den Westerwald mit guter Luft und klarer Sicht.
Die Rückgabe der Motorräder lief ohne Probleme und ohne eine Schramme, die nicht schon vorher da war.
Hanoi, 05.04.26
Gestern Abend waren wir noch in der Altstadt zum Essen und in der Beer-Street auf ein Hanoi Lager. Die Stadt war genauso voll und laut wie die Straße am Nachmittag. Die Train-Street hatten wir uns schon vor zwei Wochen bei meiner Ankunft in Hanoi angesehen. Ein Schauspiel, das mehrmals täglich stattfindet, wenn ein Zug durch eine enge Straße mit vielen Restaurants und Bars fährt.
Unser Rückflug nach Frankfurt geht erst um 23 Uhr. Den Tag haben wir mit einem Stadtbummel verbracht.
Im Westen der Altstadt verbirgt sich in Hanoi hinter dem Namen "Literaturtempel" eines der berühmtesten Bauwerke von ganz Vietnam. Schon seit fast 1.000 Jahren ist der Literaturtempel ein Ort des Wissens und darüber hinaus die älteste Universität des Landes. Zufällig konnten wir einer Abschlussfeier beiwohnen.
Das Hoa Lo Gefängnis war ein Gefängnis für politische Gefangene in Hanoi, Vietnam. In Anlehnung an die Hilton Hotels war die ironische Bezeichnung amerikanischer Kriegsgefangener für die Einrichtung Hanoi Hilton. Erbaut wurde das Gefängnis 1904 von den Franzosen, um vietnamesische Widerstandskämpfer zu inhaftieren und zu foltern.
Damit war es dann auch genug bei ca. 30°C und der hohen Luftfeuchtigkeit.















































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