Just For Fun Tours

Der Weg ist das Ziel

Italien - Sizilien Tour September 2020

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen von Corona. Alles ist seit Januar gebucht. Können wir fahren? Wollen wir fahren? Mitte August wird entschieden ob es vernünftig und das Risiko vertretbar ist.

In Italien waren wir schon oft. Meistens im Norden, in Süd-Tirol, Lombardei, Piemont und Aosta-Tal. Diesmal soll es bis ganz runter nach Sizilien gehen. Für Motorrad Fahrer gibt es in Italien unzählige schöne Strecken. Da fällt die Entscheidung schwer, welche man weglässt. In den Abruzzen haben wir einen extra Motorrad-Tag eingeplant. Sind wir mal gespannt auf die Unterschiede zwischen Nord- und Süd-Italien, auf Sizilien, Kalabrien und die Toskana mit Florenz und Pisa.


Von Neustadt (D) nach - Sonthofen (D),29.08.20, 506 km

Nun geht es mit etwas gemischten Gefühlen doch los! Aktuell ist die Corona Fallzahl in Deutschland höher als die in Italien. Zu zweit mit dem Motorrad auf Tour, da sollte es kein Problem sein die Abstands- und Hygiene- Regeln einzuhalten und jeglichem Trubel aus dem Weg zu gehen. Das hat uns bewogen, die seit langem geplante Motorrad-Tour nicht abzusagen.

Pünktlich um 8:30 ging es los, bei bestem Wetter. Wir hatten trotzdem unsere wasserdichten Sachen schon an, denn wir wussten auch: das mit dem schönen Wetter wird sich noch ändern.

Autobahn als Anfahrt bis hinter Stuttgart. Das ist halt erst einmal ein Ritt, den man einfach nur hinter sich bringen muss. Aber immerhin sind dann auch schon ca. 300km der 500km "weg".

Bei der Anfahrt auf die Schwäbische Alb fing es dann auch langsam an nass zu werden. Ging aber noch.

Und so kamen wir auch wirklich gut voran. Irgendwo auf der Höhe von Biberach haben wir dann auch getankt. Und ab da wurde es dann auch richtig nass. Und schon kam die Frage auf: halten die Klamotten dicht?

Sie hielten!

Und mussten sie auch nur bis ca. 25km vor Sonthofen, unserem Tagesziel. Denn gegen Ende der Tour hörte es auch schon wieder (fast) auf zu regnen. Klar war noch alles ziemlich nass. Aber das war halb so wild.

Und weil wir auch ausgedehnte Pausen ausgelassen haben waren wir bereits vor 16.00 Uhr am Ziel in Sonthofen. Einchecken und gut gehen lassen. Passt!

Heute Abend noch lecker Essen und morgen gleich wieder ins Abenteuer. Die Alpenüberquerung. Wird bei dem Wetter sicher wieder eine Herausforderung.

Übrigens:

Zum letzten Geburtstag hat Gerd von Wolfgang diverse Gutscheine bekommen. In Italien bieten sich sicher viele Gelegenheiten diese einzulösen. Was es damit auf sich hat und was sie bedeuten werden wir im Laufe der Tour noch berichten. Wir wollen ja am Anfang nicht zu viel verraten. 😊

Von Sonthofen (D) nach Marano Vicentino (I), 30.08.20, 389 km

Irgendwie wussten wir ja, dass das ein langer Tag wird. Wenn man schon ein paar Touren gefahren ist ahnt man da schon was…

Also haben wir uns entschlossen, eine halbe Stunde früher aufzustehen und auch etwas früher los zu fahren.

Und übrigens auch erwähnenswert: unser Hotel Deutsches Haus in Sonthofen hat die Corona-Regeln beim Frühstück bestens umgesetzt. Alles auf Abstand und jeder wurde einzeln versorgt.

Also wie gesagt, früh los. Um 8.20 war Abfahrt. Über Oberjoch ins Tannheimer Tal. Und vom Wetter her war es gar nicht so schlimm wie befürchtet. Bei leichten Landregen kamen wir ganz gut voran, durchs Tannheimer Tal und dann über das Hahntennjoch. Immer wieder gut. Und auch dieses Mal besser als befürchtet. Auch hier bei leichten Nieselregen und stolzen 7 Grad ließ es sich ganz gut fahren. Denn auch wieder haben die Klamotten dicht gehalten. Das ist viel wert!

Weiter über Landeck zum Reschenpass. Da der Landeck-Tunnel normalerweise mautpflichtig ist hatte ich die Tour durch Landeck geplant. Tja, ging nicht wegen Baustelle. Aber da stand ja zum Glück ein Schild: der Tunnel ist für die Umfahrung mautfrei. Also wieder zurück und durch den Tunnel. Drinnen angenehme 23 Grad und trocken. Das kam gar nicht so unpassend.

Auf der Zufahrt zum Reschenpass sind wir dann mal richtig nass geworden. Und in den Flüssen hat man gesehen, dass das schon eine Weile so gehen muss. Kurz vor Italien haben wir dann noch getankt. Sind ja doch satte 20 Cent Unterschied pro Liter. Der Autofahrer vor uns hatte mächtig gezockt….. und verloren. Sein Diesel war so leer gefahren, da ging auch dann mit vollem Tank nix mehr. Also Leute: das kann dann auch schon mal schief gehen.

Weiter den Vinschgau runter. Verkehr ohne Ende. In beide Richtungen. Macht irgendwie keinen Spaß. Noch nicht mal im Trockenen.

Aber auch das haben wir geschafft und dann ging es immer weiter Richtung Süden. Sogar mit richtig Sonne. Eine Wohltat.

In der Höhe von Trentino ging es dann durch die Berge, Richtung Süd-Osten. Endlich auch mal ein paar Kurven. Straßenmäßig natürlich.

Und so kamen wir kurz nach 16.00 Uhr an unserem Ziel südlich Schio an. Und es kam wie es kommen musste: 5 Minuten vor dem Ziel wurde noch mal eimerweise Wasser auf uns gegossen. Da freut man sich doch auf eine warme Dusche. Und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Zumal 10 Minuten nach unserer Ankunft die Sonne wieder schien. Ein Wetter wie im April.

Zum Abendessen gab es dann: ….. Pizza! Wir sind ja schließlich in Italien.

Und: die war lecker. Richtig lecker. Also: ein schöner Ausklang eines etwas durchwachsenen Tages. Aber: die Klamotten haben dicht gehalten und wir sind gut durchgekommen. Das zählt.

Und jetzt genießen wir den Abend. Bis morgen.


Von Marano Vicentino (I) nach San Marino (SMR), 31.08.20, 277 km

So, heute ging es etwas entspannter. Frühstück um 8.00 Uhr und Abfahrt um 9.00 Uhr. Und wir haben erfahren, dass wir gestern richtig Glück hatten. Das Unwetter hatte auch in der Nähe unserer Strecke richtig zugeschlagen. So schnell kanns gehen.

Heute war es dann nicht nur entspannter sondern auch ruhiger. Eigentlich ging es hauptsächlich darum, Kilometer zu machen. Bei der Planung musste ich im Prinzip lediglich aufpassen, nicht durch jeden Ort durchzufahren. Das ist mir auch nicht immer gelungen…

Die Po-Ebene selbst ist ja auch für Motorradfahrer eher unspektakulär.

Und zum Glück war auch wenig Verkehr, sodass wir doch ganz gut voran kamen.

Ach ja, und dann das Wetter. Die Prognose sagte auch heute wieder Regen voraus. Zwar erst ab Mittag, aber immerhin. Also wieder rein in die Regenklamotten. Wir kennen uns da mittlerweile aus. 

In der Nähe von Rimini sind wir dann auch mal ans Meer. Sah aber schon komisch aus: niemand da.

Lag wohl auch nicht nur am Regen. Aber so viele freie Liegestühle sieht man selten. Keiner belegt.

Wie gesagt ein merkwürdiger Anblick.

Und weil es wieder so gut lief waren wir auch vor 16.00 in San Marino am Hotel. Wobei ich da erst einmal einen freundlichen Ordnungshüter gefragt habe. Wir standen nämlich fast davor und haben es nicht gesehen. War aber kein Problem. Wir hatten ja Touristen-Bonus. Und parken durften wir auch gegenüber. Passt. 

Und so langsam muss ich mal erzählen, was es mit den Gutscheinen auf sich hat. Da war ich mal einen Moment großzügig. Oder unvorsichtig. Oder beides. Oder so was ähnliches…..

Ach übrigens:

San Marino ist mit einer Fläche von etwa 60 Quadratkilometern der fünftkleinste Staat der Welt und gehört zu den sechs europäischen Zwergstaaten und nach Einwohnerzahl mit einer Bevölkerung von rund 30.000 Einwohnern zu den kleinsten Staaten der Erde.  San Marino ist als Enklave vollständig von Italien umgeben. Der Staat ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO), des Europarats und der Lateinischen Union, nicht jedoch der Europäischen Union, nutzt aber dennoch den Euro als Währung.

Von San Marino (SMR) nach LʼAquila (I), 01.09.20, 290 km

Eine Tour mit Herausforderungen…

Aber vorweg: Das Wetter. Heute trocken. Keine Regenklamotten. Eine Wohltat.

Pünktlich um 9.00 sind wir los. Immer weiter Richtung Süden. Als erster Stopp auf der Tour war Urbino vorgesehen. Wegen seiner Architektur und Kulturgeschichte übrigens Teil des Weltkulturerbes. Sieht man.

Schöne große Altstadt mit bestimmt dem einen oder anderen Kulturleckerbissen. "Leider" hatten wir dafür keine Zeit…. Nur für einen Kaffee. Geht.

Und dann noch immer weiter, immer Richtung Süden. Die Landschaft ist durchweg ziemlich hügelig und demnach auch nicht einfach zu fahren. Immer wieder war volle Konzentration gefragt, wegen enger Landstraßen oder permanenter unübersichtlicher Kurven.

Weiter südlich ging es dann auch immer mehr die Berge rauf, teilweise über 1000m. 

Tja und dann eine Überraschung, die es immer mal geben kann. Einer der (schönen!) Bergpässe war gesperrt. Sehr schade. Also wieder zurück und einen Umweg fahren. Dieser musste aber auch erst einmal gefunden werden. Und so kamen dann auch auf eine Umwegstrecke von gefühlt 50km (genau will ich das gar nicht wissen….) und über 1 Stunde Verzug. Zum Glück haben wir ja immer etwas Reserve, sodass wir doch ein paar Minuten vor 17.00 Uhr am Ziel waren. In L`Aquila. 

L’Aquila ist die Hauptstadt der Region Abruzzen. Die Apenninen werden von zwei Plattengrenzen durchlaufen, weshalb L’Aquila häufig von Erdbeben heimgesucht wurde. Beim Erdbeben von L’Aquila am 6. April 2009 wurden Teile der Altstadt zerstört.

Einige Spuren dieses Erdbebens haben wir auch noch gesehen. Unvorstellbar. Ganze Häuser einfach völlig zerstört. Und dann an ausgesuchten Orten die Ausweichquartiere für die Bevölkerung. Die sind schon ganz gut gemacht. Aber diese Menschen haben ihr Zuhause und/oder ihr Elternhaus verloren. Das macht schon ein wenig nachdenklich. 

So, da wir heute etwas spät dran sind müssen wir uns jetzt ran halten. Was Anständiges zum Futtern finden. Bekommen wir hin. Da bin ich sicher.


Rundtour LʼAquila (I), 02.09.20, 260 km

Kleine Ergänzung noch zu gestern: man stelle sich vor, man fährt durch einen ca. 5-6km langen Tunnel. Und in dem Tunnel sieht man kein Auto, kein sonstiges Gefährt, gar nix. Auf beiden Spuren: nix. Also ich hatte dabei ein etwas merkwürdiges Gefühl….

Und gestern Abend haben wir natürlich etwas Anständiges zu Futtern gefunden. Quasi das Nationalgericht in den Abruzzen: Arrosticini. Kleine Fleischspieße. So mit Lamm, Hühnchen, Leber (wer`s mag..) oder Rind. Die Dinger sind recht klein (zwischen 22 und 35 Gramm Fleisch pro Spieß) und werden auf Holzkohle gegrillt. Es gibt sogar extra schmale längliche Grills dafür (sehen aus wie etwas größere eckige Dachrinnen). Super lecker die Dinger. Haben wir natürlich sofort ausgiebig getestet.

Heute hatten wir dann unsere Rundtour durch die Abruzzen.

Die Abruzzen sind eine italienische Region an der Adriaküste und in den Apenninen. Große Teile der rauen Landschaft werden von Nationalparks und Naturschutzgebieten eingenommen. Typisch sind auch die Bergdörfer, die aus dem Mittelalter und der Renaissance stammen.

Und Straßen ohne Ende. Auch viele kleine. Und kaum gerade aus. Das war schon ein Stück Arbeit. Und auch immer wieder rauf und runter. Von 250m Seehöhe bis knapp 2000m war alles dabei. Mehrmals haben wir auch von den Bergen aus das Meer gesehen. Das zwischen Italien und Kroatien.

Zur Mittagspause waren wir auf einer Hochebene, mitten in den Abruzzen. Und wie es sein soll haben wir uns da auch wieder ein paar Arrosticini gegönnt. Sogar selbst gegrillt. Geht da. Klasse. Hat Spaß gemacht und natürlich auch lecker geschmeckt.

Die Energie haben wir auch gebraucht. Denn ein paar Kilometer weiter haben wir eine tolle Burgenanlage besichtigt.

Die Rocca Calascio ist die Ruine einer Höhenburg. Sie erhebt sich im Inneren der Abruzzen und ist die mit 1.460 m höchstgelegene, ungefähr 1000 Jahre alte Burganlage der Apenninen.

Und obwohl wir mit den Motorrädern ziemlich nah ran fahren konnten mussten wir doch noch ein ganzes Stück, natürlich überwiegend bergauf, zu Fuß gehen. In Motorrad-Klamotten. Naja. Aber dafür hat sich die Rundumsicht gelohnt. Schon eine interessante Landschaft. Sie erinnerte uns etwas an den Durmitor-Nationalpark in Montenegro. Auch so von der Farbgebung. Das sieht schon klasse aus.

Ach ja, so ganz nebenbei: Mit der Besichtigung der Burgenanlage hat Gerd bei Wolfgang einen Gutschein eingelöst: eine "Kultur-Begleitung". Denn Wolfgang war ja mal wie gesagt etwas unvorsichtig und hat Gerd ein paar goodies zugesagt, für die man sonst mit Wolfgang stundenlang oder sogar erfolglos diskutieren kann/muss. Was da noch so für tolle Sachen dabei waren erfahren wir sicher noch im einen oder anderen Fall auf dieser Tour…..

Von LʼAquila (I) nach Benevento (I), 03.09.20, 249 km

Ich wiederhole mich mal wieder: weiter Richtung Süden. Und immer noch deutlich umgeben von Bergen. Es war aber fast nichts los auf den Straßen und so kamen wir gut voran. Highlight heute war der Godi-Pass.

Der Valico di Monte Godi ist der höchste Pass im Bereich des Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise und wird überragt vom 2011 m hohen Monte Godi. Da geht es immerhin rauf auf über 1500m.

Tja, und auf der anderen Seite wieder runter.

Also heute kann man sagen: easy going (driving). Einfach laufen lassen. Dann noch eine kleine Mittagspause dazwischen und schon waren wir noch kurz vor 15.00 Uhr am Ziel in Benevento.

Was hier in den Abruzzen aber auch durchaus mal passieren kann sind irgendwelche Viecher auf der Straße. Also wenn man deren Hinterlassenschaften auf der Straße sieht ist Vorsicht geboten. Heute stand z.B. mal ein Muli auf der Straße. Also aufpassen, freundlich grüßen und weiter. Geht.

Morgen ist unser Ziel dann schon am Meer. Da sind wir gespannt drauf.

Von Benevento (I) nach Cetraro (I), 04.09.20, 290 km

Nach dem Frühstück gleich wieder weiter Richtung Süden (ich weiß, nichts neues….). Und auch wieder rauf und runter. Wobei das erste Stück quasi eine Grat-Straße war. Schön ganz oben auf dem Hügel (knapp 1000m hoch) entlang mit einer grandiosen Aussicht nach rechts und links. Das war schön zu fahren.

Einer falsch genommenen Autobahnauffahrt haben wir die erste Kaffeepause zu verdanken. Es gibt Schlimmeres. 

Und ich habe hier mal Platz für eine Beobachtung, die wir ca. seit San Marino immer wieder machen: fast gar keine internationalen Touristen. Wenn wir einmal am Tag ein nicht-italienisches Autokennzeichen sehen fällt das direkt auf. Kurios.

Wobei das auch eine andere Nebenwirkung hat: die Speisekarten z.B. kennen nur die einheimische Sprache. Noch nicht mal englisch funktioniert durchgängig. Das kann dann schon mal spannend werden. Aber bis jetzt ist alles gut gegangen. Und das bleibt auch so. Da sind wir sicher.

So, nachdem wir die Autobahn (dieses Teilstück mautfrei) wieder in die richtige Richtung gefahren sind ging es dann auch endlich… ans Meer. 

Sehr schön. Und wenig los. Die Saison ist definitiv vorbei.

Und dann, schon wieder fast Gewohnheit: eine Straßensperrung. Die brachte uns wieder eine gehörige Umfahrung, die wir aber auch fast als Abkürzung genutzt haben. Dadurch war die tatsächlich gefahrene Strecke nur unwesentlich länger.

Verpasst haben wir dadurch aber Paestum. Das ist eine als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannte Ruinenstätte in der Region Kampanien.

Und wir sind hier ungefähr auf der Höhe des/der Stromboli. Stromboli ist eine italienische Insel mit dem gleichnamigen, aktiven Vulkan nördlich von Sizilien. Wenn ich mich nicht irre war diese Insel bzw. der Vulkan auch schon in diversen Filmen zu sehen.

Trotz der paar Umwege waren wir dann doch schon vor 15.00 Uhr am Ziel. Da konnte man noch ein wenig entspannen bzw. Gerd nutzte die Gelegenheit für ein Bad im Meer. Hat ihm gut gefallen. Mal was anderes als den ganzen Tag auf dem Bock zu sitzen.

So, und jetzt noch lecker Abendessen und der Tag ist komplett. Und so gegen 19.30 geht die Sonne unter. Da wir hier an der Westküste sind wird sie wohl ins Meer versinken. Das schauen wir uns natürlich auch an.

Von Cetraro (I) nach Scilla (I), 05.09.20, 233 km

Morgens gleich wieder los, laufen lassen, Richtung Süden.

Ganz am Anfang haben wir mal eine kleine Ortsdurchfahrt getestet. Wie hatten unterwegs immer wieder in den Zentren der kleinen Dörfer schöne schmale Straßen und kleine Marktplätze gesehen. Heute haben wir sowas mal abgefahren. War ambitioniert aber schön.

Unser erster Haltepunkt (nach dem Tanken) war Tropea.

Tropea ist bekannt für ihre auf einem Felsen gelegene Altstadt, ihre Strände und roten Zwiebeln. In der Nähe der Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert befindet sich ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Felsformationen. Die jahrhundertealte Kirche Santa Maria dell’Isola befindet sich auf einem Felsen am Meer.

Und dort haben wir seit langem auch mal wieder sowas wie Tourismus erlebt. Dort ging es wirklich zu wie im Ameisenhaufen. Ein für uns bisher ungewohntes Bild.

Weiter Richtung Süden haben wir abseits der Hauptrouten aber leider auch den vernachlässigten Teil dieser Gegend gesehen. Und dort findet man Müll quasi als dauerhaften Begleiter am Straßenrand. Mit entsprechendem Geruch dazu. Eigentlich schade für diese schöne Landschaft. Das passt nicht.

Da wir bisher wegen Straßensperrungen schon 2 längere Strecken hinnehmen mussten haben wir heute den Spieß mal umgedreht und haben eine geplante Umfahrung durch die Berge einfach ausgelassen und sind direkt nach Scilla gefahren. Das hat uns 30km und eine halbe Stunde gespart. Somit waren wir auch vor 15.00 Uhr am Ziel und haben uns dafür ein lecker Eis gegönnt. Und heute Abend… ihr wisst ja.

Noch was zu unserem Aufenthaltsort: Scilla liegt im Süden Kalabriens und zählt zu den schönsten Städtchen entlang dieser Küste, der Costa Viola. Scilla befindet sich direkt an der Meerenge von Messina und bietet somit einen schönen Blick auf das nahegelegene Sizilien. Das Wahrzeichen der Stadt ist das auf einem großen Felsen gelegene Castello Ruffo. Ein schönes Fotomotiv.

Von Scilla (I) nach SantʼAgata di Militello (I), 06.09.20, 206 km

Kurz vor 9.00 Uhr ging es schon los, denn wir wollten die Fähre über die Straße von Messina nicht verpassen. Wir hatten unterschiedliche Angaben, wann und wie oft sie fährt. Und es ist ja auch Sonntag.

Daher waren wir auch bereits gegen 9.15 Uhr am Fährhafen. Abfahrt war, wie sich herausstellte, um 10.00 Uhr. Ja, passt. Ticket geholt (10€ für Motorrad und 1 Person) und ein wenig gewartet. Die Überfahrt selbst war völlig problemlos, das Meer sehr ruhig. Sind ja auch nur ca. 5km. Kein Problem.

Und dann waren wir auf Sizilien, dem Ziel unserer Reise. Das ist schon ein tolles Gefühl. Und auf Sizilien sollte es als erstes auch direkt zum Ätna gegen. Für die Ostküste von Sizilien runter haben wir uns ca. 60km Autobahn gegönnt. Das war eine gute Entscheidung, denn dafür haben wir fast 1 Stunde Fahrzeit eingespart und die ganze Strecke hat uns pro Nase gerade mal 3€ gekostet.

Für die Fahrt rauf zum Ätna habe ich mich gestern noch umentschieden und die Südroute anstelle der Nordroute geplant. Da ist es immer gut, wenn man die ganzen Planungsutensilien dabei hat und das kurzfristig anpassen kann. Die Südroute zeigt deutlich mehr Lavafelder als die Nordroute. Und diese wollten wir ja sehen. Es ist wirklich beeindruckend, welche Menge an Lavafeldern da über den Hang verteilt sind.

Und welche Energie da zugange ist, wenn soviel Stein- und Felsmaterial einfach so dahinschmilzt.

Ein paar Fotos haben wir machen können, obwohl uns ein wenig das wechselhafte Wetter zu schaffen machte. Einmal sind wir sogar nass geworden, war aber halb so wild.

Der Ätna in Sizilien ist übrigens mit rund 3323 Metern über dem Meeresspiegel der höchste aktive Vulkan Europas. Und für uns hat er auch mal den Ofen angeworfen. (wer`s glaubt….)

Vom Ätna aus ging es dann Richtung Norden. Ja: Richtung Norden. Wir haben nämlich heute auch den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Die kürzeste Strecke von zuhause hierher hat immerhin ca. 2200km. Das ist schon ein Stück.

Ca. 15.35 waren wir dann auch am geplanten Ziel und Quartier an der Nordküste von Sizilien. Einem schönen Agriturismo am Hang etwas oberhalb des Küstenortes. Zum Essen müssen wir dann zwar etwas laufen, aber das schadet ja nicht. Ein lecker Essen entschädigt das mehrfach. In diesem Sinne.

Morgen geht es dann nach Palermo. Da sind wie gespannt. Und am Abend auf die Nachtfähre nach Neapel. Da werden wir aber dann später noch berichten.

Von SantʼAgata di Militello (I) nach Palermo (I), 07.09.20, 228 km

Und wieder haben wie abgekürzt, 90km weniger.

Nachdem wir ja ein paar unfreiwillige Verlängerungen genommen haben waren wir jetzt mit jetzt mit den freiwilligen Abkürzungen dran. Immerhin haben wir auch Urlaub.

Die Strecke ging heute komplett die nördliche Küstenstraße entlang, direkt Richtung Palermo. Da nicht viel Verkehr war ließ sie sich auch super Motorrad fahren. Bereits 13.30 waren wir in Palermo und hatten somit noch Zeit für einen Abstecher in die Altstadt.

Der allerdings hatte es in sich. Mit dem Motorrad mitten in eine Stadt fahren ist ja an und für sich kein Problem. Wenn diese Stadt aber dann etliche Baustellen und deshalb unvorhergesehene Sperrungen und Einbahnstraßen hat wird es spannend. Wir hatten echt einige Mühe, von der Innenstadt aus letztendlich wieder zum Fährhafen zu gelangen.

Wer sich mit der Stadt Palermo beschäftigen möchte findet unter folgendem Link ein paar Infos:

Da sind so Highlights erwähnt wie die Kathedrale Maria Santissima Assunta, Cappella Palatina, Fontana Pretoria, Quattro Canti, Teatro Massimo, usw.

Im Hafen ging dann die Sucherei weiter. Unsere Fähre war nicht da. Einmal den Hafen rauf und runter. Nix. 2 mal nachgefragt: immer noch nix.

Bis wir dann die Info bekommen haben, dass wir auf eine andere Fähre umgebucht sind. Und diese stand (lag) schon die ganze Zeit vor unserer Nase. Also neue Tickets (umgebucht) und rauf auf das Ding. Das ging dann wieder problemlos. Wir hatten ja auch den Fiebertest überstanden. Da kommt keiner auf die Fähre, wenn die Temperatur nicht passt. Und an Bord ist die Maske obligatorisch. Bei ca. 1000 Passagieren aber sicher auch angebracht.

Essen hatten wir bereits bei der Buchung mit bestellt. Also um 19.30 kann es los gehen. Da sind wir dabei.

Und morgen sind wir dann in Neapel. Das wird bestimmt schon wieder spannend…..

Von Neapel (I) nach Marina di Varcaturo (I), 08.09.20, 188 km

 Immer wieder interessant, so eine Fahrt mit der Fähre. Nach dem Abendessen haben wir noch einen kleinen Absacker genommen und sind dann früh in die Koje (in dem Fall passender Begriff). Denn für 5.00 Uhr war der Wecker gestellt. Um 6.30 sollte die Fähre in Neapel einlaufen. Und es wird erwartet, dass man rechtzeitig die Koje räumt und dann auch beim Verlassend er Fähre nicht bummelt.

Das Frühstück um 5.15 Uhr bedeutete auch wieder die Einlösung eines weiteren Gutscheines. Da sich Wolfgang im Urlaub (und auch sonst?....) morgens gerne etwas Zeit nimmt war 5.15 als Frühstückszeit ein ganz dickes Brett. Und Wolfgang hatte mal ein Frühstück deutlich vor 7.00 Uhr zugesagt. Leichtsinn eben.

Hat aber alles gut geklappt und wir sind 7:45 mit dem Motorrad von Bord gefahren, rein in die Metropolo Neapel. Schon ein kleiner Schock. Aber mit Palermo vom Vortag waren wir schon etwas in Übung. Wir wollten dann auch schnellstens raus aus der Stadt nach Pompeji.

Die antike Stadt Pompeji ist bekannt durch den Ausbruch des Vesuv 79 n. Chr., bei dem sie verschüttet wurde. Wenn man sich die Entfernung zum Vesuv (der Vesuv ist ein immer noch schwach aktiver Vulkan am Golf von Neapel) vor Augen hält kann sich ungefähr vorstellen, was das damals für eine Naturgewalt gewesen sein muss. Und als ich mir die ganze Lage auf meinem Navi anschaute kam mir der Gedanke: was wäre gewesen, wenn der Vesuv statt nach Süden den ganzen Ausbruch nach Norden gehabt hätte? Dann wäre Neapel dran gewesen…. Unvorstellbar.

Weiter gings zur Amalfiküste. Die Amalfiküste ist ein 50 Kilometer langer Küstenabschnitt südlich von Neapel. Mit ihren steil aufragenden Felsen, einer zerklüfteten Uferlandschaft mit vielen kleinen Stränden und pastellfarbenen Fischerdörfern ist die Region ein beliebtes Urlaubsziel. Und wir hatten Glück, es war nicht viel los auf der Uferstraße. Die Landschaft war wirklich schön anzuschauen. Pech hatten wir aber auch: ca, 20km der schönen Strecke waren für uns nicht fahrbar, da mal wieder eine Streckensperrung ein Weiterkommen unmöglich machte. Also wieder einen Teil zurück und die Route wiederfinden. Ging aber. Und dann noch schnell rauf auf den Vesuv. Zumindest so weit wie man mit dem Motorrad fahren konnte. Der Vesuv war für uns aber lange nicht so spektakulär wie der Ätna. Sorry.

Zum Abschluss durften wir dann noch bei 35 Grad durch Neapel weiter nach Nord-Westen fahren, zu unserem Hotel. Da waren wir dann heilfroh, dass wir nach diesem Tag schön duschen und etwas ausspannen konnten. Diese Zeit haben wir richtig genossen. Am Abend dann noch schön Essen und morgen geht es dann…. Nach…. Rom. Ein weiteres Highlight auf unserer Reise.

Von Marina di Varcaturo (I) nach Rom (I), 09.09.20, 229 km

Letzte Woche: immer Richtung Süden.

Diese Woche: immer Richtung Norden.

Den ersten Teil immer noch am Meer entlang. Da wollten wir auch noch den Küstenfelsen Montagna Spaccata mit der dazugehörigen Grotte anschauen. Ging nicht. War geschlossen.

Kurz nach der Abfahrt waren übrigens mal wieder ein paar Straßen gesperrt. Aber das kennen wir ja und haben keine Probleme damit. Irgendeine Umfahrung geht immer.

Also dann heute immer Richtung Norden. Laufen lassen. Bei 28 bis 33 Grad ganz gut, wenn man nicht so viel halten muss. Passt.

Und so waren wir auch schon vor 15.00 Uhr in Rom. Noch ein kleines Schmankerl mit dem Motorrad gefahren (eine alte und fast steinige Straße noch gefühlt aus dem Mittelalter… ) und kurze Zeit später waren wir Quartier.

Den Verkehr in Rom fanden wir übrigens ganz o.k. Nicht zu viel los und auch keine übertriebene aggressive Fahrweise. Damit kann man umgehen.

Aber morgen wird es dann hart. Wir haben uns ein paar Sehenswürdigkeiten rausgesucht und werden diese "wegeoptimiert" ablaufen. Ja, richtig: zu Fuß!

Ob das eine gute Idee ist werden wir morgen berichten. Diese optimierte Strecke ist immerhin noch fast 11km lang. Und das in Rom.

Wir werden berichten. Versprochen.

Rom (I), 10.09.20, 12 km

Motorradfahrer zu Fuß durch Rom. Zwei Welten treffen aufeinander.

Wir sind morgens schon um 8:30 los, denn heute sollten es in Rom 34 Grad werden. Nicht angenehm für eine ausgeprägten Fußmarsch.

Folgende Sehenswürdigkeiten standen bei uns auf der Liste:

Vatikanstadt, Kolosseum, Engelsburg, Piazza del Popolo, Spanische Treppe, Trevi Brunnen, Piazza Navona, Viktor-Emanuelsdenkmal, Forum Romanum

Wer sich da mal schlau machen will findet unter dem folgenden Link weitere Infos:

Wir kamen gut voran und hatten nach gut einer Stunde bereits fast ein Drittel unserer Wegstrecke geschafft. Es war unseres Erachtens auch sehr wenig Verkehr. Das hätten wir anders erwartet.

Das war dann auch die Zeit für eine erste Pause. Wir wollten nicht hetzen. Wenn das seine Zeit dauert dann ist das halt so.

Die Vatikanstadt mit dem Dom ist ja schon bemerkenswert. Riesen groß und auch beeindruckend gebaut. Da haben wir schon ein paar mehr Fotos gemacht. Und wieder nix los. Man konnte sich schwer vorstellen, dass der Platz vor dem Dom oftmals mit Menschenmengen überfüllt ist. Interessant.

Weiter ging es dann auf unserem Rundgang, wir näherten uns auch der Mittagszeit. Da wurde schon unangenehm warm. 2 Pausen haben wir noch eingelegt. Wasser fassen (das geht gerade so durch….) und Eis essen (gehört hier absolut dazu).

Tja, und so haben wir es dann doch geschafft und waren kurz vor 14.00 Uhr wieder im Hotel. Ziemlich platt, aber happy. Die direkt anschließende Siesta hatten wir uns verdient.

Heute beim Abendessen werden wir diesen Tag mit seinen Eindrücken noch mal Revue passieren lassen. Das wird bestimmt ein interessanter Rückblick. Alles in allem wird aber hängen bleiben: Rom hat schon was zu bieten. Und da wir beide das erste mal da waren hat das auch entsprechend gewirkt. Gut, dass wir da waren und uns diesen Tag vorgenommen haben.

Denn morgen geht es schon wieder weiter. Nach Norden.


Von Rom (I) nach Siena (I), 11.09.20, 223 km

Im Prinzip war die Herausfahrt aus Rom mit dem Motorrad heute die größte Herausforderung. Anders als bei der Einfahrt war da heute deutlich mehr los. Und so haben wir für die ersten 20km fast eine Stunde gebraucht. Ist dann so. Und ich hatte die Tour heute ja auch nicht zu lange geplant.

Dann ging es weiter Richtung Norden auch ganz gut. Einfach durch die hügelige Landschaft laufen. Kein Problem. Weiter nordwärts zeigte sich dann auch so langsam die typische Landschaft der Toskana. Das hat schon was. Sieht einfach nur gut aus. 

Da war es auch nicht schlimm, dass wir heute wieder die fast obligatorische Streckensperrung hatten. Denn die Umfahrung war auch bestens und wir haben auch da einiges an Landschaft genießen können.

Und weil es so gut lief waren wir auch bereits kurz nach 14.00 Uhr in Siena, dem Ziel der heutigen Tour. 

Die Altstadt Sienas ist absolut sehenswert. Seit 1995 gehört sie zum UNESCO-Welterbe. Der berühmte muschelförmige Piazza del Campo stellt den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in Siena dar. Der imposante Dom von Siena aus dem 13. Jahrhundert, aus charakteristischem schwarzem und weißem Marmor, ist eines der bedeutenden Bauwerke der gotischen Architektur in Italien. Also völlig klar, dass wir uns das anschauen. Und eine Empfehlung für lecker Essen direkt um die Ecke haben wir vom Hotel auch schon erhalten. Das hört sich nach einem guten Abend an.

Von Siena (I) nach Pisa (I), 12.09.20, 171 km

Noch ein Nachtrag zu gestern Abend. Das mit dem Essen um die Ecke hat nicht so ganz hingehauen. Aber wir wurden mehrfach entschädigt.

Das ist so ein Punkt, mit dem man nicht rechnet. Zum einen das Hotel. Ganz klasse, absolut ruhig und mit einem phänomenalen Garten mit Ausblick. Und dann der Weg in die Altstadt. Da geht man etwas mehr als einen Kilometer, so durch die Altstadt, um zum Lokal zu gelangen. Und dann biegt man 2mal um die Ecke und findet absolut phantastische Bauwerke. Zum einen dieser muschelförmige "Innenhof", zum anderen die riesige Kirche. Das war absolut unerwartet und deswegen doppelt beeindruckend. Ganz große Klasse!

In dem oben erwähnten schönen Garten haben wir dann auch heute gefrühstückt. Und wollten gar nicht weg. Es war immer noch spitze (und bleibt es wohl auch…)

Aber irgendwann mussten wir halt doch mal los. Unser erster Stopp war San Gimignano.

San Gimignano ist eine italienische Hügelstadt in der Toskana. Sie ist von Mauern aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Im Zentrum der Altstadt befindet sich die Piazza della Cisterna, ein dreieckiger Platz, der von mittelalterlichen Häusern gesäumt ist. Die Skyline der Stadt wird durch mittelalterliche Türme geprägt, darunter der Steinturm Torre Grossa. Da haben wir natürlich mal angehalten und Fotos gemacht.

Weiter ging es dann nach Florenz. Florenz ist die Hauptstadt der italienischen Region Toskana. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zählt die Kathedrale. Und wie sollte es anders sein: die Zufahrt bzw. Orientierung in der Stadt war mal wieder schwierig. Sperrungen oder Einbahnstraßen (immer in die falsche Richtung, das weiß man ja….) machten es uns nicht einfach. Also irgendwann an einem gefühlt guten Ort die Motorräder abstellen und den Rest zu Fuß. In Motorrad-Klamotten. Bei 33 Grad. Chic….

Aber auch das haben wir geschafft und so haben wir uns aufgemacht zum Ziel der heutigen Tour: nach Pisa.

Pisa in der italienischen Region Toskana ist vor allem durch ihren berühmten Schiefen Turm bekannt. Der 56 m hohe Glockenturm aus weißem Marmor, der sich bereits bei seiner Fertigstellung im Jahr 1372 zur Seite neigte, steht neben der romanischen Kathedrale aus gestreiftem Marmor auf der Piazza dei Miracoli. Außerdem befinden sich hier auch das Baptisterium, dessen hervorragende Akustik täglich von Amateursängern demonstriert wird.

Klar sind wir da hin. Und gut zu Essen gibt es da auch. Wir werden es testen.

Und soeben hat uns eine Nachricht zu unserem Hotel in Maranello erreicht. Unser Hotel steht leider nicht zur Verfügung. Es wird aber einen Ersatz geben. Und was für einen. Das verrate ich aber erst morgen.

Von Pisa (I) nach Maranello (I), 13.09.20, 156 km

Morgens gleich wieder pünktlich aus Pisa weg. Als Ziel war heute Maranello vorgesehen.

Die Route ist etwas kürzer als ursprünglich geplant. Aber bei der Hitze haben wir die Fahrt nach Bologna einfach weggelassen.

Schon nach kurzer Zeit kamen wir nach Lucca. Lucca am Fluss Serchio in der Toskana mit dem historischen Stadtzentrum, dem Guinigiturm und der gut erhaltenen Stadtmauer aus der Renaissance ist einen Zwischenstopp wert. Vor allem die Stadtmauer macht ihrem Namen alle Ehre. Und ein Kaffee war auch noch drin.

Auch nicht viel weiter haben wir dann noch bei einer wirklich interessanten Brücke gehalten.

Hinter der kleinen Stadt Borgo a Mozzano befindet sich die Ponte della Maddalena, eine aus vier Bögen bestehende Fußgängerbrücke über den Fluß Serchio aus dem 14. Jahrhundert. Und das Ding ist ganz schön hoch. Wir fragten uns dann: wofür eigentlich… Kreuzfahrtschiffe passen nicht auf diesen Bach, und Segler machen hier irgendwie auch keinen Sinn. Oder es wollte einer eben nur mal eine schöne große Bogenbrücke bauen. Das wird es wohl gewesen sein.

Dann ging es in die Berge. Bis rauf auf den Abetone-Pass. 1400m. Das tat gut: 20 Grad. Angenehm. Und eine schöne Fernsicht. Auf den umliegenden Bergen haben wir auch Skilifte entdeckt. Und dann quasi ab dem Abetone-Pass nur noch bergab. Bis Maranello.

Maranello ist bekannt als Sitz des Ferrari-Werkes und des Formel-1-Rennstalls Ferrari. Es gibt dort auch noch das Ferrari Museum Maranello und diverse shops. Gerd hat das Museum besucht und auch den neuesten Simulator getestet. Wer gewonnen hat wird nicht verraten.

Was ich aber verraten kann ist die Überraschung von gestern Abend. Unser Hotel war ja nicht mehr verfügbar. Also haben wir für die gleichen Konditionen quasi ein "Ferrari-Hotel" direkt in der Nähe des Ferrari-Campus bekommen. Mit entsprechendem Flair. Cool. Und heute ist ja auch das 1000. Rennen von Ferrari. Und wir sind vor Ort. Gut…. Über das Rennen sprechen wir ein anderes Mal.

Heute Abend werden wir dann noch testen, wie es sich hier in der Stadt der Motorsport-Begeisterten essen lässt.

Und übrigens noch: Das Thema mit den Gutscheinen. Ich hatte ja schon berichtet. Wir haben es fertig gebracht und auf der Tour alle Gutscheine eingelöst bekommen. Zwar auch wieder mit Ausgleichs-verhandlungen, aber immerhin. Wolfgang ist auf dieser Tour so viel zu Fuß gegangen wie auf keiner Tour bisher….. Nur mal so.

 

Von Maranello (I) nach Colico (I), 14.09.20, 264 km

Das lief heute besser als gedacht. Da wir heute an einigen Städten vorbei und durch die Po-Ebene durch mussten haben wir uns schon um 8.30 auf den Weg gemacht. Man weiß ja nie. Und besonders anspruchsvoll ist das ganze auch nicht. So von der Landschaft.

Also laufen lassen bis Cremona. Unserem ersten Stopp. Natürlich nicht ohne unsere obligatorische Sperrung. Dieses mal war es die Brücke über den Po südlich von Cremona. Aber die Umfahrung war nicht so schlimm. Nur wenige Kilometer mehr und daher auch kaum Zeitverlust.

Die Altstadt von Cremona haben wir uns dann auch angeschaut. Wenn wir schon mal da sind…. Warum nicht. Natürlich mit einem Kaffee dazu.

Weiter ging es dann an Bergamo und Mailand vorbei, immer Richtung Norden. Und bald konnte man auch die Alpen sehen. Das war dann wieder etwas besonderes.

Eine zweite Pause haben wir uns auch noch gegönnt und waren trotzdem gegen 15.00 Uhr am Hotel in Colico. Colico liegt im Norden des Comer Sees in der Lombardei. Und getankt haben wir auch schon.

Also noch schön Pause machen, ausspannen und auf das Abendessen freuen.

Morgen haben wir dann ein Stück Arbeit vor uns. Schon nach ca. 1 Stunde dürfen wir über den Splügen-Pass. Da ist es bestimmt schön frisch morgens. Und weiter komplett durch die Schweiz durch.

Wie das geklappt hat erfahrt ihr morgen.

Von Colico (I) nach Lenzkirch (D), 15.09.20, 320 km

Vorweg: es hat einwandfrei geklappt. Da durch die Schweiz zeitmäßig schwer einzuschätzen ist sind wir auch heute wieder um 8.30 Uhr los. Direkt zum Splügenpass. Da geht es rauf auf über 2000m. Die Anfahrt klappte ganz gut, auch wenn wir die "kleine" Straßenvariante genommen haben. Da sind die Kehren enger und teilweise sogar im Tunnel. Da sollte man nicht ungeübt ans Werk.

Hat aber gut geklappt und ca. um 9:30 Uhr waren wir oben. 14 Grad. Etwas frisch, aber die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Tolle Sicht. Das war schon ein highlight.

Weiter ging es Richtung Chur. Wobei ja die Nord Abfahrt vom Splügenpass ja auch schon quasi weltbekannt ist. Schön direkt aneinander liegende Kehren. Ein besonderer Anblick.

Von Chur weiter Richtung Norden, an Zürich vorbei. Kurz vorher kamen wir auch am Walensee vorbei. Der war uns völlig unbekannt. Liegt aber super schön da. Also auf jeden Fall mal auf dem Schirm behalten.

Der Rest durch die Schweiz lief dann schneller und leichter als gedacht. Auch wenn mal wieder eine Mini-Sperrung dabei war. Es würde schon fast was fehlen….

Und dann waren wir auch endlich wieder in Deutschland. Nach 2 Wochen so einer Tour freut man sich da richtig drauf. Pause haben wir da auch gleich gemacht. Die restlichen 42km waren dann auch kein Problem mehr und so waren wir kurz vor 16.00 Uhr am Hotel.

Heute Abend werden wir uns dann mal wieder ein gutes Bier schmecken lassen. Und sehr wahrscheinlich keine Pizza essen. Denn auch die Alternativen auf der Speisekarte sind sehr vielversprechend.

Morgen geht es dann noch durch den Schwarzwald und dann auf die Autobahn und dann sind wir nach 18 Tagen wieder zuhause.

Von Lenzkirch (D) nach Neustadt (D), 16.09.20, 425 km

Am letzten Tag ging es dann nochmal durch den Südschwarzwald, den man auch immer fahren kann (bei schönem Wetter). Dominierend ist da die bekannte B500 (Schwarzwaldhochstraße), aber auch die vielen kleinen Strecken in den vielen kleinen Tälern und Anhöhen machen einfach nur Spaß.

Da wir wieder eine halbe Stunde früher los sind und alles gut lief hatten wir den schönen Schwarzwald bis 11.30 auf unserer Route durchquert und kamen in die Rheinebene. Von anfangs 12 Grad ging es dann schnell rauf auf 28 Grad.

Nach einer Kaffeepause mit Tanken ging es dann auf die Autobahn, gegen Ende überwiegend die A61.

Dort hatten wir dann auch kurz mal 34 Grad. Naja, wenigstens konnten wir es (trotz einiger Staus) ganz gut laufen lassen.

So waren wir dann auch bereits kurz vor 15.30 Uhr zuhause. Nach 18 Tagen und ca. 5000km. 

Fazit:

Auch wenn die Tour dieses Mal unter besonderen Vorzeichen stand (Corona) und wir uns sehr intensiv damit auseinander gesetzt haben hat doch letzten Endes alles sehr gut geklappt. Die Quratiere waren sehr gut ausgesucht. Und wenn im Einzelfall etwas nicht geklappt hat war dann doch schnell Ersatz gefunden. Die Routen liefen wie geplant. Auch hier konnten uns Sperrungen oder Umfahrungen nicht aus der Ruhe bringen.

Und die kurzfristig geplante Änderung der Ätna-Anfahrung auf die Südroute war unseres Erachtens genau richtig.

Wir bedanken uns selbstverständlich wieder bei allen Interessierten, die unsere Reise mitverfolgt haben.

Ich hoffe es hat genau so viel Spaß gemacht wie uns.

Bis zum nächsten Mal!