Just For Fun Tours

Der Weg ist das Ziel

Hohe und nieder Tatra - Ukraine August 2019

Nachdem wir 2012 bereits in Polen in der Region Masuren waren, wollen wir nun den Süden Polens, die Hohe Tatra erfahren. Sicher ein lohnendes Ziel für eine Motorradtour. Einen Abstecher in die Ukraine bietet sich an, so dass wir eine Übernachtung in Uschgorod eingeplant haben. Der Rückweg führt uns in die niedere Tatra durch die Slowakei und weiter über Tschechien wieder Nachhause.

Die Tatra, ein Teil der Karpatenbergkette in Osteuropa, bildet die natürliche Grenze zwischen der Slowakei und Polen. Das Gebiet ist in beiden Staaten als Nationalpark geschützt und ein beliebtes Ziel im Winter wie im Sommer. Hier leben Wildtiere wie die Tatra-Gämse, das Murmeltier, der Luchs und der Bär. Der höchste Gipfel dieses Gebirgszugs liegt auf slowakischem Gebiet: der Gerlachovský štít mit 2.655 m.

Die Tatra besteht aus der Westtatra, der Osttatra, die sich wiederum aus der Hohen Tatra im Westen und den Beler Kalkalpen (auch Belaer Tatra) im Osten zusammensetzt. Von der Tatra zu unterscheiden ist die Niedere Tatra.


Von Neustadt (D) nach - Saalfeld Saale (D), 17.08.19, 364 km

Wie immer: erst mal los kommen! Das ganze Jahr denkt man nach und bereitet sich vor. Und denkt: man, das dauert noch….

Und dann ist es soweit. Alles gepackt? Nichts vergessen? Alle Papiere dabei? Usw. Schlimm, was einem da alles durch den Kopf geht.

Um so besser, wenn man dann endlich auf dem Bock sitzt. Das Wetter war voll in Ordnung, eigentlich top Motorradwetter. Trocken, die Sonne blendet nicht, angenehme Temperaturen.

Erster Stopp war in Alsfeld. Mal die schöne Altstadt anschauen. Schönes Fleckchen. Und ein guter Kaffee. Das war schon mal ein guter Start.

Dann weiter Richtung Bad Salzungen. Da fing es langsam an, kurios zu werden: Streckensperrungen, wegen Baustellen. Und: die Umfahrung? Gesperrt! Zumindest die, die wir uns ausgesucht hatten. Naja, Bad Salzungen haben wir trotzdem gefunden. Schön ruhig, schöne Altstadt, und eine schöne Pfütze (See) mittendrin. Da haben wir uns doch auch gleich mal die obligatorische Thüringer (Bratwurst) gegönnt. Geht gar nicht anders….

Weiter dann wieder mit diversen Umleitungen, Sperrungen …. Irgendwie schon auffällig gehäuft. Nach einer Weile haben wir es dann aufgegeben, irgendwie wenigstens einigermaßen unsere geplante Route zu halten. Und das war nicht schlecht!

So kamen wir u.a. auch durch Oberhof. Und auch viele weitere kleine Straßen. Im Thüringer Wald kann man da eigentlich auch gar nichts falsch machen. Das passt überall.

Tja, und trotz der vielen Abzweige, Umwege und so weiter waren wir pünktlich um 16.00 in Saalfeld. Inkl. Tanken. Aber auch statt der geplanten 364km waren es dann 390km. Aber wie gesagt: tolle Straßen, alles recht kurzweilig und super zu fahren

Saalfeld liegt im Tal der Saale und grenzt an das Thüringer Schiefergebirge mit über 500 Meter hohen Bergen am Stadtrand. In südlicher Richtung liegt das Tal der Saale bzw. ihrer Nebenflüsse. Diese Täler sind tiefe, enge Täler, die landschaftlich sehr reizvoll sind.

Unser Hotel im Stadtzentrum ist auch super. Bei der Anmeldung waren die Papiere schon fertig. Das ging dann Ruck-Zuck. Und ein original Saalfelder Pils haben wir auch bekommen. Da geht einem der Text ganz locker von der Hand.

Das Gewölbe unter unserem Hotel darf sich übrigens als eine der ältesten Gasthäuser Deutschlands bezeichnen. Leider nicht mehr bewirtschaftet.

Und heute ist Schultütenfest. Am Montag ist Einschulung. Und das wird dann heute schon mal ordentlich gefeiert. Man könnte meinen es ist wie ein gastronomischer Feiertag….

So, und morgen geht`s weiter. Ziel Zittau. Mit einigen Kilometern durch Tschechien. Wir sind mal gespannt, ob wir da die Route halten können. Und wenn nicht: auch nicht schlimm.


Von Saalfeld Saale (D) nach Zittau (D), 18.08.19, 322 km

Also: bis auf eine gesperrte Ortsdurchfahrt wegen eines Stadtfestes konnten wir die Route fahren wie geplant. Waren dann 7km mehr. Kein Problem.

Gestern Abend haben wir übrigens richtig gute Thüringer Küche genossen. Lecker. Und üppig. Da kann man eine Weile mit auskommen.Und heute das Frühstück war auch super. Alles da, was man sich wünscht. Und noch mehr. Bei bestem Motorrad-Wetter (Sonne!) ging es um 9.00 Uhr los. Wieder Richtung Osten. Schöne Straßen, durchs Vogtland bis ins Erzgebirge. Einfach toll. Hier kann man fahren ohne Ende. Kein Stress und nicht viel los auf der Straße. Eine kleine Pause haben wir in der Gaststätte eines Besucherbergwerkes gemacht, kurz vor der Grenze zu Tschechien.

Und dann ging es weiter, durch Tschechien, bis hin zu dieser wohl einmaligen Höhle, fest in Motorradfahrer-Hand.

Seit 2003 betreibt der tschechische „Motoklub Pekelné Doly“ eine Gaststätte in einer 3.500 Quadratmeter großen Bikerhöhle Pekelné Doly in einem Sandsteinmassiv, unweit der deutschen Grenze. Der Clou: Die Höhle ist nicht nur begehbar, sondern man kann mit dem Motorrad in die Höhle hineinfahren und direkt vor dem Tresen halten! Vor allem an heißen Sommertagen ein dankenswertes Ausflugsziel, denn in der Bikerhöhle herrschen konstant 12 erfrischende Grad Celsius.

Cool! Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Ding muss man mal gesehen haben. Und was die „Kollegen“ daraus gemacht haben. Klasse.

Weiter ging es dann die restlichen 30 Kilometer völlig problemlos bis Zittau, unserem Tagesziel.

Zittau ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Görlitz. Sie liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien.

Einchecken um 16.15 Uhr. Kein Stress. Und dann ruft das Abendessen….


Von Zittau (D) nach Jeseník (CZ), 19.08.19, 304 km

Ich hatte ja gestern ganz die Tageshöchsttemperatur vergessen: 32 Grad. Und das eine ganze Weile. Und war auch klar, dass das nicht gut gehen konnte.

Heute Morgen wieder pünktlich aufs Motorrad um 9.00 Uhr, nach einem entspannten Frühstück, Abfahrt Richtung Osten.

Und wir oben angedeutet: es ging nicht gut: Regen. Zum Glück nicht ganz so schlimm, aber immerhin hat er uns gute 2 Stunden begleitet. Und natürlich war auch in dieser Zeit mal wieder eine Umleitung fällig. Diesmal auch wieder ganze 15km. Naja.

Leider waren dann auch die Sichtverhältnisse in Spindlermühle nicht so gut. Aber man konnte sich einigermaßen vorstellen, was da im Winter abgeht.

Nicht ganz so gut vorstellen konnte man sich den mini-kleinen Bach; dass der mal zur ausgewachsenen Elbe wird. Nicht schlecht. Man müsste mal nachschauen, wie viel Strecke dieser Bach bis Dresden hinter sich bringt.

Nach Spindlermühle ging es weiter Richtung Osten. Und heute konnten wir auch „Europa“ wieder genießen: von Deutschland nach Tschechien, von Tschechien nach Polen und dann von Polen wieder nach Tschechien. Völlig easy.

Und jede Menge Landschaft, ohne Ende. War schön zu fahren, jetzt auch trocken, und ganz ohne Stress.

Und so kamen wir dann auch pünktlich um 16.15 am Hotel in Jesenik an. Einchecken, und dann mal die Stadt anschauen. Mit lecker Essen, versteht sich.


Von Jeseník (CZ) nach Zakopane (Pl), 20.08.19, 329 km

Heute: Kilometer machen. Wir sind ja jetzt den vierten Tag unterwegs und so langsam sollte die Tour auch ihrem Namen gerecht werden.

Heute früh wieder nach dem Frühstück um kurz nach neun Uhr los. Est einmal durch stark bewaldete Hügellandschaft. Naja, Hügel bis fast tausend Meter Höhe. Unsereiner würde sagen: Schwarzwald, oder so ähnlich. Aber deutlich weniger los.

Aus dem Wald heraus ging es dann immer noch durch Landschaft ohne Ende. Die Tscheche Straße Nr. 11, wer da mal lang (im wahrsten Sinne des Wortes) möchte.

So gegen 11.00 dann einen Aufmunterungskaffee. In einem „Konsumzentrum“, genau so wie die großen Einkaufszentren bei uns. Sogar die Geschäfte (deren Namen, alles alte Bekannte….)

Tja, und dann anders herum: Ortschaften, wie auf der Schnur gezogen standen die Häuser an der Straße. Und das hörte gar nicht auf.

Folge: man kommt nicht vom Fleck. Tempolimit innerorts. Zum Glück war die Architektur dann doch etwas abwechslungsreich. Ansonsten wäre es echt langweilig geworden. Aber wer macht denn sowas. Gruselig.

Und wir waren mittlerweile auch schon wieder in Polen. Und das Wetter machte auch wieder mit. Lediglich die Hochnebel-artige Bewölkung nahm etwas die Fernsicht. Aber wir wussten ja, wo wir hinwollten.

Getankt übrigens für umgerechnet 1,14€ für den Liter Super. Das schont die Urlaubskasse.

So, und um 16:15 waren wir dann in Zakopane, unserem ersten Ziel in der Hohen Tatra. Aber hier ist was los! Wenn so manche andere Stadt auf unserer Fahrt ziemlich leer war… dann müssen die alle hier sein. Wer hätte gedacht, dass in einem Wintersportort im Sommer so viel los ist. Hammer. Fast schon Volksfeststimmung. Wir sind mal gespannt, wie das die kommenden Tage weitergeht. Und wenn man die ganzen Gastronomien so anschaut: verhungern und verdursten muss man hier nicht. In diesem Sinne.


Rundtour Zakopane, 21.08.19, 85 km

Heute: Kultur.

Leider war heute das Wetter nicht so gut zum Motorradfahren, sodass wir die Tour auf unter 100km gekürzt haben. Die tiefhängenden Wolken und der ab Mittag einsetzende leichte Regen haben uns einen gemütlichen Nachmittag eingebracht.

Kultur: wir haben eine Burg (Burg Niesitz) besichtigt (auch von innen!) und auch eine berühmte Kirche (die Erzengel Michael Kirche). Nicht schlecht. Auch das ist ein für eine Motorrad-Tour durchaus angebrachte Abwechslung.

Den Nachmittag haben wir dann genutzt, um schon mal über die gplanten Motorrad-Touren 2020 nachzudenken. Irgendwie unverbesserlich, diese Motorradfahrer.

Und so wurde auch dieser Tag recht kurzweilig.

Morgen haben wir dann bei besserer Wetterprognose wieder eine längere Strecke auf dem Schirm.


Rundtour Zakopane, 22.08.19, 240 km

Das mit der Wetterprognose lassen wir mal….. dazu gleich mehr.

Übrigens: gestern haben wir in der Nähe der Kirche auch das Storchennest gesehen. 2012 waren wir ja an den Masuren und haben dort explizit das Dorf mit der höchsten Störchendichte (interessantes Wort, gibt es das überhaupt?) besucht. 2012: Fehlanzeige. Keiner da.

Und gestern, dann so ganz nebenbei, findet man sie. So kann`s gehen.

Heute früh erst mal auch wieder Landschaft, ohne Ende. Wenn man es mal aus Zakopane rausgeschafft hat (Glückwunsch…) dann wird es relativ schnell fast einsam. Und wirklich eine schöne Gegend.

Gegen Mittag noch mal eine Burg besucht (nicht von innen), und dann wieder weiter durch die Natur. Und Border-hopping: Polen-Slowakei-Polen-Slowakei-Polen. Mittlerweile zum Glück ja völlig problemlos. Tja, und dann die Wetterprognosen. Der für 17.00 Uhr angekündigte leichte Regen war ziemlich stark schon kurz nach 13.00 Uhr da. Also: nass geworden. Zum Glück die richtigen Klamotten angehabt. Und natürlich auch wieder nichts gesehen von den vermutlich tollen Bergen hier. Wir haben ja schon ein paar Plakate gesehen. Da waren dann die Berge drauf.

Und Zakopane: auch bei Regenwetter eine Mischung aus Oktoberfest, Jahrmarkt, Kirmes usw. Menschen ohne Ende. Naja, bei 6000 Gästebetten….

Morgen geht`s ja dann weiter Richtung Ukraine. Da sind wir ja mal richtig gespannt. Und hoffen, dass wir doch noch was von den Bergen zu sehen bekommen. Die Wetterprognose sagt, die Chancen stünden nicht schlecht. Aber da war doch irgendwas….mit den Wetterprognosen.

Morgen wissen wir`s genau.


Von Zakopane (Pl) über Uschgorod (UKR) nach Kosice (SVK), 23.08.19, 376 km

Erst mal sorry, dass es erst heute klappt mit dem Bericht zu gestern. Aber es ist gestern etwas spät geworden. Mehr dazu gleich.

Also das mit dem Wetter war wieder fast so wie befürchtet. Zwar etwas besser, aber klare Sicht hatten wir immer noch nicht. Wenigstens ein paar Mal konnten wir die Berge sehen. Na immerhin.

Und dann ging es streng weiter, Richtung Süd-Osten. Und nach knapp 2 Stunden haben wir mal wieder etwas zu besichtigen gehabt: die Zipser Burg. Ein riesen Ding, leider nicht mehr ganz frisch. Aber dennoch beeindruckend. Und von dort aus dann auch wieder weiter. Zur Ukraine.

Je näher man der Grenze kam um so einsamer wurde es. So hatte man zumindest den Eindruck.

Und dann war sie da: die Grenze zur Ukraine. An dieser Stelle mein Mitgefühl an die LKW-Fahrer. Ich möchte nicht wissen, wie lange so mancher von ihnen für den Grenzübertritt benötigt.

Und dann waren wir dran, auf der Motorrad und PKW Spur. Und haben direkt unseren ersten Rüffel bekommen. Wir haben eine freie Spur genommen. Aber die falsche. Nach uns wurde diese dann abgesperrt. Wie gesagt: nach uns. Naja, das ging schon mal gut los. Kontrolliert wurden der Reisepass und der Fahrzeugschein. Von anderen Grenzübertritten wissen wir ja, dass es das Beste ist wenn Reisepass Person und Fahrzeugschein Person identisch sind. Aber was dann noch alles gefragt wurde…nach Medikamenten, dem Kilometerstand des Motorrads, dem Stand des Sprits im Tank (!) usw. Und man musste einen Koffer aufmachen und den Inhalt zeigen. Und dann bekam man einen ich würde mal sagen Passierschein. Dann zu nächsten Kontrolle, alles noch Slowakei. Und dann weiter zur Kontrolle auf Ukraine-Seite. Auch etwas unangenehm, wenn die Kontrolleure quasi teilnahmslos an ihrer Station sind, aber einen mächtig zusammenfalten wenn man auch nur ein paar Meter zu weit fährt. Als ungeübter Grenzgänger lernt man da sehr schnell (auf ruppige Weise). Und dann der ganze Spaß nochmal. Reisepass, Fahrzeugschein, und den Rattenschwanz von oben.

Immerhin waren wir in einer guten halben Stunde durch. Lag aber bestimmt auch daran, dass bei diesem Grenzübertritt fast nichts los war. Zum Hotel waren es dann auch nur noch gut 4km. Aber die machten irgendwie auch keinen Spaß. Rücksicht auf Auswärtige gibt es nicht.

Und dann waren wir am Hotel. Die Rezeption zu finden war auch nicht einfach. Und dann der Schlamassel: es war nur ein von zwei bestätigten Zimmer verfügbar. Nach kurzer Diskussion haben wir uns beide entschlossen, einfach wieder abzufahren. So langsam kam etwas viel zusammen.

Hui, und dann die Wiedereinreise. Uns ist ja klar, dass es in erster Linie auf Sicherheit und Gründlichkeit ankommt. Aber so? Es waren wieder vier Kontrollpunkte. Wieder mit Passierschein. Die Ausreise auf ukrainischer Seite ging sogar noch. Aber dann auf slowakischer Seite die (sicher notwendigen) intensiven Kontrollen. Und wenn dann aber über 100 Fahrzeuge auf nur 2 Kontrollstraßen verteilt werden und jedes Fahrzeug quasi fast auseinander genommen wird dann weiß man: das dauert. Zum Glück haben uns einige freundliche Autofahrer vorgelassen. Danke dafür! Denn: es waren ja schließlich auch über 30 Grad. Holt man sich womöglich einen Sonnenbrand wegen Warten an der Grenze. Auch mal was.

Und dann wieder die ganze Story: Medikamente, Zigaretten, Alkohol? Kilometerstand vom Fahrzeug und Tankfüllung. Naja, alles zusammen hat dann der Ausflug in die Ukraine gute 3 Stunden in Anspruch genommen. Als Autofahrer hätte es locker ein oder 2 Stündchen länger sein können.

Tja, den Entschluss, wieder weiterzufahren brachte uns natürlich das Thema der Suche nach einem Quartier für die Übernachtung. Kurz entschlossen haben wir uns darauf verständigt, bis nach Kosice zu fahren, noch knapp 100km wieder von der Grenze weg.

Es lief zum Glück super und so waren wir um 19.00 Uhr in Kosice. Die Quartiersuche ging dann über ein Buchungsportal sehr gut. Und so waren wir um 19.15 an der Pension, schön in der Altstadt gelegen. Und was soll man sagen? Topp! Wir haben dann gestern Abend noch überlegt, ob es ein Wort für diesen tollen Abschluss des etwas vermurksten Tages gibt. Oder wie man es nennt, wenn eine Aneinanderreihung einiger (meist unglücklicher) Zufälle zu einem sensationell tollen Anschluss führen? Wenn man es Dusel nennt, dann hatten wir gestern einen Mega-Dusel. Die Pension war wie gesagt topp, direkt in der tollen Altstadt. Und es war direkt ein Steakhouse im Objekt. Also auch mal wieder lecker Essen. Und wenn mal jemand in oder in der Nähe von Kosice sein sollte: wir hätten da einen Tipp.

Košice liegt im Osten der Slowakei in der Nähe der ungarischen Grenze. Ihre Ursprünge gehen auf das Mittelalter zurück. Der zentral gelegene archäologische Komplex Unteres Tor umfasst Befestigungen aus dem 13. Jahrhundert.

So, das war der ereignisreiche Tag gestern. Heute wird es wohl ruhiger. So der Plan…..

Übrigens, der Vollständigkeit halber:

Uschhorod ist die Hauptstadt der Oblast Transkarpatien in der Ukraine und Sitz des Verwaltungszentrums für den Rajon Uschhorod. Sie liegt im Dreiländereck zwischen Ungarn, der Slowakei und der Ukraine, direkt an der slowakischen Grenze. Sie zählt 117.300 Einwohner und ist Sitz eines griechisch-katholischen Bistums.


Von Kosice (SVK) nach Liptovský Mikuláš (SVK), 24.08.19, 216 km

Da es gestern etwas später wurde haben wir es heute auch etwas ruhiger angehen lassen. Nach der Schilderung der Ereignisse von gestern sind wir dann so gegen 10.30 Uhr losgefahren. Also wirklich ziemlich entspannt.

Von Kosice aus ging es immer weiter in die Berge. Wir kamen quasi von Süd-Osten in die Niedere Tatra reingefahren.

Und: tolle, einsame Landschaften mit sehr schönen kurvenreichen Straßen. Und wirklich super zu fahren, kaum Verkehr. Einige Male sind wir auch über die 1000 Höhenmeter gekommen. Das war jetzt von der Strecke und der Landschaft die bisher beste Etappe unserer Tour.

Und da auch die Strecke nicht so lang war haben wir unser Hotel bereits kurz nach 15.00 Uhr erreicht.

Liptovský Mikuláš ist eine Stadt in der mittleren Slowakei mit 31.345 Einwohnern und gleichzeitig dessen Hauptstadt und das traditionelle Zentrum der Landschaft Liptau.

Tja, einchecken, auspacken oder umpacken, und dann was leckeres zu essen suchen.

Das war`s dann schon für heute.

Im Gegensatz zu gestern…..


Rund-Tour Liptovský Mikuláš (Niedere Tatra), 25.08.19, 325 km

Heute haben wir wieder ganz tief in die Dusel-Kiste gegriffen. Das fing schon gestern Abend damit an, dass wir die geplante Tour für heute „rumgedreht“ haben. Das heißt: von Urzeigersinn auf Gegen-Uhrzeigersinn. Und vom Wetter her war das genau richtig. Außerdem haben wir uns heute Nachmittag noch eine Pause gegönnt. Was dann dazu führte, dass wir quasi zwischen 2 Unwettern/Gewittern fuhren. Das eine vor uns und zog weg. Das andere hinter uns und hat uns aber nicht mehr eingeholt. Echt Dusel hoch Zehn.

Die Landschaft selbst war auch super. Es gibt viele einsame Gegenden hier in der Niederen Tatra. Und auch mindestens 3 Mal haben wir die 1000-Höhenmeter-Grenze genommen.

Und nicht zu vergessen: die Route 66. Die gibt es hier auch und es wird auch ganz ordentlich damit geworben. Nach dem bekannten großen Vorbild.

Daher war es auch nicht verwunderlich, dass wir heute den Eindruck hatten die meisten Motorradfahrer auf der ganzen Tour gesehen zu haben. Aber da passte ja auch alles zusammen: Landschaft, Route 66, Wochenende (Sonntag), Wetter (anfangs)….

Morgen wird es etwas kürzer, da schauen wir uns mal die Hohe Tatra von der Südseite an. Und wir lassen uns mal wieder auf ein Lotteriespiel ein, was das Wetter angeht.


Rund-Tour Liptovský Mikuláš, 26.08.19, 249 km

Den letzten Tag in der Tatra haben wir nochmal der Landschaft und den Sehenswürdigkeiten gewidmet. Zuerst ging es Richtung Hohe Tatra, denn das Wetter war sehr gut und wir wollten die gute Sicht ausnutzen. Je näher man den Bergen kam um so mehr konnte man erkennen, dass es sich doch um ein ausgewachsenes Gebirge handelt.

Nach der schönen Landschaft stand die Kultur auf dem Programm: Levoca.

Levoča im Norden der Slowakei, liegt in der Zips und wurde wegen des gut erhaltenen Stadtzentrums 2009 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das gut erhalten konnten wir bestätigen, da wird viel gemacht. Schöne Gebäude und eine imposante Stadtmauer.

Und zurück ging es dann nochmal in die Berge. Ich vermute mal wir waren auf dem höchsten touristischen (überwiegend Ski-) Ort der südlichen Tatra. Immerhin bis rauf auf 1350m. Von da oben hatte man auch einen fantastischen Blick auf die Ebene und die gegenüber liegende Niedere Tatra. Der fantastische Blick zeigte uns aber auch, dass das nächste Unwetter schon wieder im Anmarsch war. Also schnell aufs Motorrad und los. So hatten wir nur ein paar Minuten Regen und kamen fast getrocknet wieder am Hotel an. Vorher hatten wir sogar noch einen Abstecher zum nah gelegenen See gemacht.

Also wirklich eine schöne Gegend hier.

Tja, und heute Abend noch mal schön Essen und morgen geht es dann wieder Richtung Westen, nach Hause. Dafür werden wir uns 5 Tage Zeit nehmen, inkl. Tagesaufenthalt in Prag.


Von Liptovský Mikuláš (SVK) nach Brünn (CZ), 27.08.19, 301 km

Zusammengefasst: easy-driving. Easy-going wäre etwas vermessen, da wir so viel ja nicht zu Fuß gehen…

Heute Morgen noch ein entspanntes Frühstück, dann Auschecken, die Sachen in den Motorrad-Koffern verstauen und los ging es, so gegen 9.00 Uhr.

Erst mal rauf auf die Schnellstraße und laufen lassen. Bei dem wenigen Verkehr überhaupt kein Problem.

Nach einigen Kilometern dann mal eine kleine Abwechslung. Ich hatte bei der Planung dieser Etappe eine kleine Schlucht-Durchfahrt entdeckt und diese in die Route eingebaut. War ganz interessant und recht willkommen.

Danach noch eine kleine Kaffeepause und weiter ging es.

Im Prinzip immer die E50 entlang, wer es mal nachschauen möchte. Kurios waren die vielen Baustellen auf der Strecke. Die waren nämlich ziemlich lang und so war der Wechselverkehr ab und an ein Geduldsspiel.

Auch als wir trotzdem sehr pünktlich schon kurz vor 15.00 hier in Brünn ankamen wurde es nochmal spannend. Kurz vor unserem Ziel (Hotel) war eine Brücke gesperrt und so durften wir bei 31 Grad die Umfahrung durch die Stadt nehmen. Natürlich mit üppiger Begleitung (Stau).

Naja, um 15.30 konnten wir einchecken. Alles passte. Parken im Hof, auspacken, frisch machen und heute Abend geht es mal in die Stadt: Brünn (Brno).

In der mittelalterlichen Festung Spielberg gibt es ein Stadtmuseum, Gärten und ein ehemaliges Gefängnis mit Gewölbetunnel.

Die Kathedrale St. Peter und Paul hat barocke Altäre und eine Statue der Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert. Der Kirchturm bietet Stadtblick.

Der Parnas-Brunnen befindet sich auf dem Gemüsemarkt.

Mal sehen, was wir alles entdecken.


Von Brünn (CZ) nach Prag (CZ), 28.08.19, 261 km

Noch zu gestern: wir haben alle 3 Punkte besucht. Die Festung liegt mächtig oberhalb der Stadt. Und wir auch da rauf. Etwas gewundert haben wir uns über die vielen anderen Menschen, die uns auf dem Weg zur Burg begleitet haben. Und alle im feinen Zwirn. Hm.

Oben wussten wir dann, was Sache ist: es wurde Carmen gespielt. Da waren wir natürlich under-dressed.

Schade.

Auf dem Rückweg dann direkt durch die Altstadt. Auch sehr schön. Man kann sagen: da lohnt sich ebenso mal ein Besuch wie Kosice. Wenn man in der Nähe ist.

Heute Morgen dann ganz entspannt erst Mal raus aus der Stadt. Und aufs Land. Jede Menge Land und Landschaft. Eimerweise. Das war wieder easy-driving.

Bis zur 2. Sperrung. Die erste haben wir ja noch erfolgreich umkurvt. Bei der zweiten haben wir`s dann aufgegeben und die Route zum Ziel „Prag“ neu erstellt. Warum auch nicht. Ging dann ebenso wieder problemlos.

Genauso wie die Fahrt in die Stadt selbst. Wir hatten mit mehr Verkehr und Problemen gerechnet. Ging.

Im Gegensatz zu Istanbul (auf unserer großen ersten Tour) ein Kinderspiel mit dem Motorrad.

So waren wir dann auch 15.15 Uhr an der Unterkunft, ein Apartment-Haus in der Altstadt. Auspacken, die Motorräder ins Parkhaus bringen und dann schon mal Pläne schmieden für morgen: der Besichtigung der Stadt Prag. So wie es aussieht wahrscheinlich zu Fuß (!). Völlig artfremd, aber warum nicht. Wenn wir das durchstehen haben wir wieder einen schweren Brocken der Tour überstanden. Das „pragt“, äh prägt.

Wir melden uns. Wenn die Füße noch dran sind….

Rund-Tour Prag, 29.08.19, 8,2 km

Also die Füße sind noch dran. Das spürt man ganz deutlich!

Wir haben tatsächlich alle geplanten Ziele angegangen, oder wie man das nennt. Easy-going war das nicht. Nix von easy. Aber am Ende haben wir unser Programm geschafft und sind auch über 8km zu Fuß durch die Stadt.

Gefrühstückt haben wir übrigens im Cafe Louvre, das bekannteste und eines der ältesten Cafes in Prag. Albert Einstein war auch schon hier. Wir waren also in bester Gesellschaft.

Was wir heute (u.a.) alles besichtigt haben:

Der Veitsdom auf der Prager Burg ist die Kathedrale des Erzbistums Prag und das größte Kirchengebäude Tschechiens. Glauben wir sofort, ein riesen Ding.

Die Prager Burg bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Hradschin in der tschechischen Hauptstadt Prag. Glauben wir ebenfalls sofort. Ist ja fast eine eigene Stadt.

Der Aussichtsturm Petřín befindet sich auf dem 318 Meter hohen Petřín-Hügel im Stadtteil Kleinseite (Malá Strana) der tschechischen Hauptstadt Prag. Der 63,5 Meter hohe Turm wurde anlässlich der Industrieausstellung am 20. August 1891 als verkleinerter Nachbau des Pariser Eiffelturms eröffnet und ermöglicht einen umfassenden Ausblick auf Prag und die weitere Umgebung. Da sind wir allerdings nicht rauf. Das wären dann doch zu viele Höhenmeter geworden.

Die Karlsbrücke ist eine im 14. Jahrhundert errichtete, historisch bedeutsame Brücke über die Moldau in Prag, die die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über den Fluss Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas.

Die Prager Rathausuhr, auch Aposteluhr oder Altstädter Astronomische Uhr, ist eine weltweit bekannte astronomische Uhr aus dem Jahr 1410, die sich in Prag an der Südmauer des Altstädter Rathauses befindet. Zur vollen Stunde sind die zwölf Apostel zu sehen.

Altstädter Ring ist der Ältester Platz im historischen Zentrum

Der Prager Pulverturm ist ein 65 Meter hoher Turm am Platz der Republik in Prag. Er wurde als Teil der Befestigung des ehemaligen Königshofes im 15. Jahrhundert errichtet.

Der Wenzelsplatz in der Mitte von Prag wurde 1848 nach dem Heiligen Wenzel von Böhmen benannt, nachdem er im Mittelalter und der Neuzeit als Rossmarkt den Mittelpunkt der Prager Neustadt bildete. Die Breite von etwa 60 m entspricht der Definition nach eher einer Prachtstraße als einem Platz.

Das Tanzende Haus ist der Spitzname eines 1996 verwirklichten Bürogebäudes in der tschechischen Hauptstadt Prag. Lustiges Ding. Aber nichts gegen ein Hundertwasserhaus (z.B. in Darmstadt).

Also alles in allem ein anstrengender aber lohnender Tag. In Prag.


Von Prag (CZ) nach Coburg (D), 30.08.19, 304 km

Heute mal wieder easy-driving, aber auch durchweg. Nach dem Aufstehen auf dem Weg zum Motorrad holen (aus dem Parkhaus, da standen die beiden schön sicher) noch ganz bequem gefrühstückt. Immerhin: Zum Frühstück in zivil, aber mit Motorradhelm. Macht man auch nicht jeden Tag.

Dann Abfahrt und aus Prag raus. Für eine Großstadt empfanden wir es als sehr verkehrsarm. Keine Staus, nix. So kamen wir auch ziemlich schnell auf die (tlw.) Autobahn nach Karlsbad. Und von dort aus weiter Richtung Vogtland.

Dort haben wir einen ehemaligen Arbeitskollegen und seine Frau besucht. Den beiden an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und die üppige Bewirtung. War eine schöne Mittagspause.

Frisch gestärkt und fast ausgeruht haben wir dann noch den Rest der Strecke gemeistert. Über Hof nach Coburg. Und alles zusammen mal wieder eimerweise Landschaft. Toll.

Coburg selbst ist ja auch eine schöne Stadt, mit sehr schöner Altstadt. Pünktlich kurz nach 16.00 Uhr waren wir da. Und haben gesehen, dass auf dem Marktplatz heute mächtig was los ist.

Da machen wir doch mit!


Von Coburg (D) nach Neustadt (D), 29.08.19, 358 km

Noch ein Nachschlag zu gestern Abend: was für ein toller Abschlussabend für unsere Tour! In Coburg ist Klöss-Markt. Die Coburger Klöße sind aufgrund ihrer besonderen Rezeptur quasi einmalig. Für das Fest waren auf dem gesamten Marktplatz Festzeltgarnituren aufgebaut, außen herum die Getränke- und Essensstände. Wir haben natürlich die Schäufele mit den Klößen gegessen. Dazu gab es lokales Bier. Und für das perfekte Ambiente sorgte dazu noch eine Band, die von Status Quo bis Deutschrock alles runterspielte, was man mal so im Ohr hatte. Cool.

Heute Morgen ging es dann nach einem super Frühstück in der Bäckerei im Hause direkt los. Immer noch weiter Richtung Westen. Das war aber dann auch kein Problem mehr, sodass wir wie geplant zu Hause angekommen sind.

Fazit:

Es hat alles wie geplant geklappt. Wenn die Anpassung in als kurzfristige Planungsänderung durchgehen lässt. Unsere Schutzengel haben wieder ganze Arbeit geleistet, sei es bei dem Unwetter in Sakopane, das Glück mit Kosice oder auch der plötzlich auftretende Split in der Kurve, der dann schon mal die volle Aufmerksamkeit verlangte. Und ein tiefer Griff in die Dusel-Kiste gehörte auch dazu. So war das alles in allem wieder mal eine sehr schöne Tour, die sich wie nahezu stressfrei abspulen ließ.

Anmerkung von Gerd. Wolfgang hat die Motorrad-Tour wie immer perfekt geplant und geführt. Man kann ihm quasi blind hinterherfahren.

Das war`s.

Nochmal vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Nach der Tour ist vor der Tour!


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